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Spannende Diskussionen bei der noch laufenden 1. Vertriebsleiter-Konferenz im Rahmen des 11. BuchMarkt-Forums

Volles Haus und spannende Themen bei der noch laufenden ersten Vertriebsleiter-Konferenz im Rahmen des 11. BuchMarkt-Forums in München:
Zur Einleitung umrissen die Mitinitiatoren Dr. Andreas Meyer und Arnd Roszinsky-Terjung die Thematik der Konferenz: Wie können Verlage agieren, wenn der Handel sich dramatisch verändert und die Discounter die Medien für sich entdecken? Wie stellen Verlage die Weichen für die Zukunft? Eine mögliche Antwort sei die Konzentration auf den Stammmarkt, eine andere die Erschließung neuer nichtbuchhändlerischer Märkte. Diese zum ersten Mal stattfindende Tagung habe den Anspruch, die Plattform für diese Branchendiskussion zu sein.
Viel Diskussionsstoff lieferte dann der Eröffnungsvortrag von Thomas Ganske (Foto: r. im Gespräch mit Bestsellerautor Werner Tiki Küstenmacher) , Verlagsgruppe Ganske: „Schwere Zeiten ja, Krise nein“, lautete seine These, weil nicht nur negative, sondern gleichermaßen positive Entwicklungen zu beobachten seien. „Der Buchhandel ist und bleibt keine geschlossene Welt, das ist Schnee von gestern.“ Die neue Maxime sei daher: „Verlage müssen das Buch zum Leser bringen, und zwar überall dorthin, wo er es wünscht.“ Ganske beklagte das „Mainstream-Verhalten“ vieler Verlage: „Risikominimierung kann auch selbst zum Risiko werden.“ Ein weiteres Problem: Der Verzicht der Branche auf eine an Qualität orientierte Preispolitik, „Mut und Ideen zur Preisdifferenzierung sind gefordert.“
Das Motto der Ganske-Gruppe laute daher „Wir machen Tief-Wurzler, keine Flach-Wurzler.“ Dies bedeute eine strategische Orientierung bei der Programmplanung, die auf Substanzen mit Bestand ausgerichtet sei, auf Schnellschüsse müsse man schon mal verzichten. „Eine gut gängige Backlist ist der Kompetenzbeweis für Verlage.“ Nur mit einer Vertriebsform jedoch könne heute kein Verlag mehr überleben. Zum optimalen Vertriebsergebnis gehöre die Nutzung aller Vertriebswege und –optionen. Potentielle Buchkäufer finde man schließlich nicht nur im Buchhandel, sondern vor allem im Ratgeberbereich auch in anderen Märkten. Der Buchhandel bleibe wichtig, aber nicht mehr der einzige Vertriebskanal.
Heribert Bertram, SC Johnson, schilderte anschließend in einem unterhaltsamen wie praxisnahen Vortrag, was der Buchhandel von einem Unternehmen lernen kann, das Haushaltsreiniger verkauft. Anhand von Beispielen beschrieb er, wie Märkte insgesamt erschlossen werden können. Sein Fazit: Für seine vertriebliche Arbeit seien dramatische Veränderungen notwendig gewesen, um zum Erfolg zu kommen – und diese Situation könne durchaus mit der im Buchhandel verglichen werden.
Die 1. Vertriebsleiterkonferenz läuft noch bis Mitternacht in der Münchener Hypo Vereinsbank.

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