Auch die FAZ vermutet, dass Martin Walser den Verlag wechseln wird, obwohl sein gesamtes bisheriges Werk bei seinem Studienfreund Siegfried Unseld bei Suhrkamp vorliegt: „Aber die Zeiten haben sich geändert. Der Verleger ist gestorben, Walsers Verhältnis zu Ulla Berkéwicz war schon zu Lebzeiten Unselds sehr belastet, die Paulskirchen-Rede und mehr noch das Skandalbuch „Tod eines Kritikers“ haben Suhrkamp vor eine Zerreißprobe gestellt, nach der Walser wußte, daß längst nicht alle Mitarbeiter des Hauses so bedingungslos auf seiner Seite standen, wie er es erwartet und wohl auch eingefordert hat. Es hätte zu Walser, dem aufbrausenden, sich auch als heftigst Austeilender immer nur für den wehrlos Einsteckenden haltenden Freundschaftsberserker, nicht gepaßt, sich mit und von einem Verlag feiern zu lassen, in dem er sich derart umstritten weiß und dem er selbst sich nicht mehr zugehörig fühlt.
Ob Walser Suhrkamp verläßt, die Frage, die angeblich seit Monaten das literarische Leben beschäftigt haben soll, hat sich deshalb auch nie ernsthaft gestellt: Sie war bereits beantwortet, als sie aufkam. Jetzt aber drängt offenbar die Zeit, denn Walsers für den Herbst angekündigter nächster Roman soll im neuen Verlag erscheinen. Es dürfte weder DuMont noch Hoffmann und Campe oder Wallstein sein. Walser, der Medienkritiker, der die Schlagzeilen mehr liebt, als er zugeben mag, wechselt jetzt wohl zu einem Verlag, der die Schlagzeilen in jüngster Zeit mehr anzog, als ihm lieb sein konnte. Auf Walser und Rowohlt wird noch mancher Reim gemacht werden.
Wie der Arbeitskreis „Bücherverbrennung – nie wieder!“ sich für die Freiheit des Wortes einsetzt
Der Hamburger Arbeitskreis „Bücherverbrennung – nie wieder!“ wurde 1981 von der früheren Buchhändlerin und Betriebswirtin Helga Obens gegründet und erinnert seitdem an einem der damaligen Tatorte, dem Kaiser-Friedrich-Ufer, mit verschiedensten