
Na, ist das eine Topp-Karriere? Mit Wirkung vom 15. März übernimmt Dr. Renate Krümmer (47, Foto) die Leitung des Zentralen Stabs Konzernentwicklung/Konzerncontrolling (ZKE) der Commerzbank AG. Sie zeichnet damit vor allem für konzernübergreifende Fragen der Konzernsteuerung und Strategie verantwortlich. Der Stab ZKE wurde bis zu seiner Ernennung zum CFO per 1. Juni 2003 von Dr. Eric Strutz geleitet und wird seither von Andreas Hanft kommissarisch betreut.
Dr. Renate Krümmer betreute seit 2002 bei der Bertelsmann AG Mergers & Aquisitions Projekte als Hauptabteilungsleiterin unter Finanzvorstand Dr. Siegfried Luther. Bei der Commerzbank wird sie direkt an den Sprecher des Vorstandes Klaus-Peter Müller berichten.
Dr. Renate Krümmer, im September 1956 in Köln geboren, startete ihre berufliche Karriere 1984 bei der Strategieberatung Bain&Company in München. 1987 kam sie als Assistentin des damaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Mark Wössner zur Bertelsmann AG, wurde in Folge kaufmännische Leiterin der Bertelsmann Buch- und Musikclubs Deutschland, Österreich, Schweiz. 1990 übernahm sie die Leitung der Zentralen Unternehmensentwicklung der Bertelsmann AG anvertraut und war von 1995 bis 1996 kaufmännische Leiterin im Vorstand der damaligen Bertelsmann Buch AG.
Danach wechselte sie als Partnerin in eine Fondsgesellschaft, wo sie mehrere Investitionsprojekte strukturierte und leitete, kam dann aber zu Bertelsmann zurück und betreute dort M&A Projekte, so etwa die Leitung bei der Veräußerung der Fachinformationssparte BertelsmannSpringer und zuletzt brachte sie sich in die Fusion Sony/BMG Music ein.
Sie verlässt die Branche (wie schon beim ersten Mal) „mit etwas Wehmut“, weil es einfach Spaß mache, mit Buchmenschen zu arbeiten. Aber ihr Netzwerk auch in der Buchbranche will sie weiter pflegen; für die kommende Buchmesse zumindest hat sie bei ihrer Freundin Annelore Strullkötter schon einen Stuhl am deren Messestand „fest gebucht“. Dort übrigens hat es – Zufall – den ersten Kontakt gegeben, der sie jetzt in die Chefetage der Commerzbank gebracht hat. Was woll die Interpretation zulässt: Wer Karriere machen will, wer Karriere gemacht hat, der muss sich dort sehen lassen…
Ist der Abschied von der Buchbranche jetzt endgültig? Sie gibt lachend Entwarnung: „Daran denke ich ausgerechnet jetzt nicht. Ich wechsle ja nicht schon mit einem Plan B zu einer neuen tollen Aufgabe. Auch einen Karriereratgeber werde ich jetzt nicht schreiben“. Aber sie verrät wenigstens: „Man kann sowieso nicht alles planen, es gehört auch etwas Glück dazu“.