Vorletzte Woche hatte Albert Daming, Buchhändler aus Luxemburg (Buchhandlung promoculture) und langjähriges AWS-Mitglied an dieser Stelle versucht, sowohl mit einem offenen Brief [mehr…] als auch im Interview mit BuchMarkt-Online [mehr…] Schwachstellen der AWS und mögliche Verbesserungen anzusprechen.
Heinrich Riethmüller (Osiander’sche Buchhandlung), AWS-Vorsitzender, hatte ihm daraufhin geantwortet [mehr…] und die Vorwürfe mit dem Hinweis auf die in den letzten Jahren sehr veränderte Buchhandelslandschaft zurückgewiesen.
Nun äußert sich Albert Daming erneut, auch in der Hoffnung, im Vorfeld der bald anstehenden AWS-Jahrestagung in Augsburg (3.-5. Mai) die Diskussion am Leben zu erhalten.
Im folgenden Damings Antwort an Heinrich Riethmüller im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Riethmüller,
Haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben. Gerne beantworte ich Ihnen die Frage, warum ich mich erst heute äußere.
Vor langer Zeit hatte ich bereits dieses Thema auf einer Versammlung angesprochen, wurde aber damals etwas kurz und barsch abgeblockt; was mich jetzt veranlasste, noch einmal das Thema anzusprechen, ist die Tatsache, dass, wenn ich heute mit deutschen Verlegern/Vertriebsleitern spreche und diesen sage, dass ich Mitglied der AWS und eben deshalb bestens mit den Usancen des wissenschaftlichen Buchhandels vertraut bin, dann werde ich immer öfter nur belächelt, als würde man mir sagen wollen, “…naja, was ist denn das schon für einen Beweis, Mitglied der AWS zu sein…”
Aber wie Sie ja auch richtig in Ihrem Brief schreiben, die Struktur der Mitgliedsbuch-handlungen hat sich in den letzten Jahren sehr geändert. Aber nicht nur die Struktur der Buchhandlungen hat sich verändert, auch die Schwerpunkte der eingeladenen Verlage sind nicht mehr dieselben wir früher.
Und glauben Sie mir, es ist schon frustrierend, während einer AWS-Veranstaltung abends zusammen an einem Tisch sitzen zu müssen, wo Kollegen Buchhändler, sowohl wie auch Verlagsleute, mit Begriffen wie “Fortsetzungslieferung”, “Zielgruppenmailing”, “persönliches Abo”, usw… aber auch wirklich gar nichts anzufangen wussten.
Und eben deshalb mein offener Brief, damit endlich mal eine Diskussion entstehen soll über die Zukunft der AWS. Ich kann doch nicht das einzige Mitglied sein, welches unserer “alten” AWS nachtrauert? (Aber dank dem “BuchMarkt” ist nun zumindest mal der erste Gedankenaustausch erfolgt)
Noch ein Wort zu den Wintertagungen. Es tut mir leid, meine Bemerkung sollte nicht als Groll rüberkommen, sondern nur als eine weitere Anregung, doch auch mal etwas für diejenigen Mitglieder zu organisieren, die nichts mit Schnee und “après-Ski” unterm Hute haben, mehr nicht.
Ebenfalls möchte auch ich nicht derjenige sein, welcher gegen Windmühlen ankämpft! Deshalb werde ich mich in Augsburg nicht äußern. Ich glaube nicht, dass es an mir liegen soll, die Weichen der AWS neu zustellen; das müsste schon von anderen – deutschen – Mitgliedern, gewünscht und gewollt sein.
Aber diese müssten im voraus über die Problematik informiert werden und nicht erst vor Ort in Augsburg. So könnten Sie denn zum Beispiel meinen offenen Brief, zusammen mit Ihrer Stellungnahme im BuchMarkt, an sämtliche Mitglieder weiterleiten und mit einem Zusatzpunkt auf der Tagesordnung das Thema zur Diskussion stellen.
Bis Anfang Mai in Augsburg,
und mit freundlichen und kollegialen Grüssen aus Luxemburg
Albert Daming







