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Friedrich Glauser Preis – Krimipreis der Autoren 2004 in der Sparte „Roman“ an Gabriele Wolf

Die Jury der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT (AIEP/IACW) hat den Friedrich Glauser Preis – Krimipreis der Autoren 2004 in der Sparte „Roman“ der Kriminalschriftstellerin Gabriele Wolf für ihren Kriminalroman „Das dritte Zimmer“ (Haymon Verlag) zuerkannt. Der Preis ist mit € 5.000 dotiert.

Begründung:
„Das dritte Zimmer“ ist ein Krimi und ein Psychothriller zugleich – und spielt doch mitten im ödesten Ministeriumsalltag, in einer absolut drögen Verwaltungswelt. Hauptfigur ist Lennart Voßwinkel, 35, geschieden, Ministerialrat in einem Finanzministerium, ein durchschnittlicher Beamter ohne Perspektiven, der in seiner Freizeit Ausflüge in die Welt der Literatur unternimmt und einem Geheimnis seiner Kindheit auf die Spur zu kommen versucht. Als die persönliche Referentin des neuen Staatssekretärs in sein Leben tritt wird alles anders. Lennart kommt einem Skandal im Ministerium auf die Spur, wird zum Akteur einer Intrige, deren eigentliche Dimension ihm auch dann noch verborgen bleibt, als er vor der Leiche seines Abteilungsleiters steht.

Gabriele Wolff hat sich eines Themas angenommen, das sie kennt, versteht, durchschaut: Macht. Sie liefert in ihrem neuen Roman ein subtiles Psychogramm über Macht und die verhängnisvollen Deformationen, die Macht auslöst. Dabei fängt für die Hauptfigur wie für den Leser alles ganz harmlos an – und entwickelt sich zu einem höchst spannenden und zugleich sehr realistischen Krimi, der hinter die Kulissen blicken lässt – die der Menschen und die der Politik. Neben tiefgründigem Humor besitzt Gabriele Wolff einen unaufgeregten, präszisen und literarischen Stil, der einfängt und nicht mehr loslässt – eine Lektüre, die die Juroren von Anfgang bis Ende uneingeschränkt genossen haben.

Die anderen nominierten Autoren waren (in alphabetischer Reihenfolge): Friedrich Ani, Gottes Tochter (Droemer), Anne Chaplet, Schneesterben (Kunstmann), Jörg Juretzka, Equinox (Ullstein 25684), Edgar Noske, Die Eifel ist kälter als der Tod (Emons).

Der Preis wird am 1.5.2004 beim Tango-Criminale zum Abschluß der Niederrhein Criminale 2004, dem Jahrestreffen des SYNDIKATS in Duisburg, überreicht (www.die-criminale.de). Die Laudatio wird Bernhard Jaumann halten.

Die Jury des SYNDIKATS: Richard Birkefeld, Nina George, Göran Hachmeister, Reinhard Jahn, Bernhard Jaumann, Barbara Krohn, Thomas Przybilka.

Thomas Przybilka
(für die Jury)

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