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Christian Wulff: Zuständigkeit der Kultusministerkonferenz beenden

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Rechtschreibreform zu befassen. Die Zuständigkeit der Kultusministerkonferenz für die neue Rechtschreibung müsse beendet werden, forderte Wulff in einem Gespräch mit dieser FAZ. Die Rechtschreibreform sei abwegig und gescheitert. Sie habe der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet. Das dürfe sich eine Sprache jedoch nicht leisten, wenn sie sich im internationalen Vergleich behaupten müsse. Deutschland gerate zunehmend in einen Zustand der „Sprachverhunzung“.

Heute sagt er in einem FAZ-Interview: „Ich glaube nicht, daß man im Bereich der Kultusministerkonferenz des Themas Herr werden kann. Nachdem die Rechtschreibreform sich verselbständigt hat und lange Jahre von der Kultusministerkonferenz gedeckt wurde, ist das entweder hinzunehmen oder auf höchster Ebene zwischen Bundesregierung und vor allem den Ministerpräsidenten noch einmal grundsätzlich in Frage zu stellen. Ich war beim „Großen Deutschtest“ bei RTL, daran haben 50 000 Fernsehzuschauer teilgenommen. Das Ausmaß der Fehlerquoten war unendlich. Dieses Erlebnis hat mich noch einmal zu einer intensiveren Beschäftigung mit der neuen Rechtschreibung geführt.“

Unterdessen haben sich auch 60 Rechtswissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einem Schreiben an die Ministerpräsidenten der Länder gewandt und sie darum gebeten, von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen, schreibt die FAZ Angesichts der Beschlußlage der Kultusminister könne nun nur noch ein Machtwort der Ministerpräsidenten weiteren Schaden für die deutsche Sprachgemeinschaft, aber auch für das Ansehen der Politik abwenden. Sollte sich der Eindruck in der Bevölkerung verfestigen, daß die Politik nicht einmal in der Lage sei, dieses Problem, etwa aus Rücksichtnahme auf die Kultusverwaltungen, „undogmatisch und unbürokratisch zu erledigen, wird ihr die Lösung weit schwierigerer Aufgaben erst recht nicht mehr zugetraut“, heißt es in dem Brief.

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