Vor Gericht hat der Gmeiner-Verlag erfolgreich gegen den VfB Stuttgart geklagt. Der Bundesliga-Klub wollte einen vereinbarten Druckkosten-Zuschuss zum Fußballkrimi „Finale“ nicht bezahlen, weil er „despektierliche Äußerungen“ über Gerhard Mayer-Vorfelder enthalte.
Diesen vierstelligen Druckkostenzuschuß hat der Meßkircher Gmeiner-Verlag nun vom VfB Stuttgart eingeklagt. Gegenstand des Verfahrens war der Kriminalroman Finale von Gunter Haug, in dem es um merkwürdige Formschwankungen und kriminelle Verwicklungen eines Nachwuchskickers beim VfB Stuttgart geht.
Vor zwei Jahren, als es nicht gerade rosig um den Verbleib des VfB in der 1. Bundesliga stand, war das Buch als Marketingprojekt aufgelegt worden. Die Fußballer stellten das Vereinslogo für die Rückseite zur Verfügung,auf der auch ein lobendes Statement von Altfußballer Buffy Ettmayer über das Buch abgedruckt wurde.
Kurz nach Erscheinen im August 2002 platzte die Kooperation. Da hatte der VfB Stuttgart bereits 500 Bücher gekauft und bezahlt. Sie lagern bis heute im Keller der Geschäftsstelle. Denn erst da hatte ein Verantwortlicher des VfB das Buch gelesen, und das, trotzdem die Druckfahnen schon lange vorlagen. Er stolperte über die vermeintlich „despektierlichen Äußerungen“ über den Ehrenpräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder, der im Buch allerdings nicht namentlich erwähnt wird.
Nach einigem Gerangel z. B. auch um die Schwärzung einzelner Passagen, in denen sich der jüngst aus anderen Gründen in die Schlagzeilen geratene Gerhard Mayer-Vorfelder verunglimpft fühlen könnte, hat das Amtsgericht Bad Cannstatt nun Anfang dieser Woche dem Gmeiner-Verlag Recht gegeben: Der VfB Stuttgart muss den Druckkostenzuschuss in vierstelliger Höhe bezahlen.