Unter dem Titel „Immer mehr Bibliotheken müssen schließen, weil es an Geld fehlt“ hat heute die „Welt“ ein Interview mit Claudia Lux, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes, geführt. Darin heißt es: „Die Lage ist dramatisch: Immer mehr Bibliotheken müssen schließen, weil es ihnen am Geld fehlt. Bei den Bibliotheken kann man eben nicht so sparen wie im Theater: Dort verzichtet man einfach mal auf eine Aufführung.“
Auch die Lage der Schulbibliotheken habe sich verschlechtert: „Das Personal wurde abgezogen, wenn es an anderer Stelle fehlte. Außerdem ist manchmal die Zuordnung schwierig. Eine Schulbibliothek gehört zum Schulsenator, eine öffentliche Bibliothek zum Kultursenator. Wenn es darum geht, zusammen zu arbeiten, fehlt oft die Bereitschaft.“
Auch gesamteuropäisch steht Deutschland mit seinen Bibliotheken nicht mehr so gut da wie früher: „In Finnland beispielsweise findet man keine Bibliothek, die so alt und unästhetisch ist wie es noch viele in Deutschland sind. Dort ist die Bibliothek Institution, Zentrum der Kultur. Und in Dänemark war bereits 1997 ein Raum mit 60 Computern und kostenlosem Internet selbstverständlich für jede mittelgroße Stadt. Die größten und schönsten Bibliotheken gibt es übrigens in Frankreich. Die Frequentierung ist jedoch dort noch schlechter als bei uns, weil auch sie neue Medien brauchen.“