Wir wir gerade gemeldet haben [mehr…], will Prolit dem Handel zusätzlich 30 Tage Valuta

gewähren, wenn Bestellungen elektronisch übermittelt werden. Wir haben dazu Prolit Geschäftsführer Jochen Mende (Foto) befragt:
Was will Prolit mit dem Valuta Angebot erreichen?
Jochen Mende: Wir verbessern die Zahlungskonditionen für elektronische Direktbestellungen des Sortiments. Statt 30 Tagen Ziel gibt es künftig 30 Tage Valuta plus 30 Tage Ziel. Davon erhoffen wir uns mehr elektronische Bestellungen, diese ermöglichen schnellere Lieferungen und sind für alle Beteiligten kostengünstiger in der Bearbeitung. Derzeit liegt deren Anteil am gesamten Bestellaufkommen nur bei gut 30 Prozent, leider kommen noch immer etwa gleich viele Bestellungen per Fax, Telefon, Bücherzettel. Hier wollen wir einen Anstoß zur Branchenrationalisierung geben.
Schön wäre es natürlich auch, wenn wir damit die Zahl der Direktbestellungen für die bei uns ausliefernden Verlage steigern könnten.
Wem nützt das Valuta Angebot?
Der Branche insgesamt. Erstens dem Sortiment. Es profitiert vom längeren Zahlungsziel, erhält von uns also einen zusätzlichen zinslosen Lieferantenkredit, dessen Volumen wir durchaus im siebenstelligen Euro-Bereich erwarten. Die Vorteile schnellerer Lieferung und rationellerer Abwicklung kommen noch hinzu.
Zweitens nützt es den bei uns ausliefernden Verlagen. Sie profitieren davon, dass die verbesserte Kondition dem Sortiment einen Anreiz zu vermehrten Direktbestellungen gibt.
Drittens nutzt es auch uns als Auslieferung. Je mehr elektronische Bestellungen wir erhalten, umso mehr sparen wir an Bearbeitungskosten. Mit den ersparten Kosten decken wir kalkulatorisch den Zinsaufwand für das Valuta Angebot.
Wie sind Sie auf diese Idee gekommen, werden Ihnen weitere Verlage oder Auslieferungen das nachmachen?
Das Urheberrecht auf diese Idee liegt nicht bei uns. So hat z.B. Ilona Rehme (AKS) schon vor längerem vorgeschlagen, dass elektronische Bestellungen mit verbesserten Konditionen honoriert werden. Auch einzelne Holtzbrinck-Verlage (z.B. Fischer) haben sich eine Zeitlang für elektronische Bestellungen durch Valutierung bedankt.
Da – richtig gerechnet – alle Beteiligten bei der Realisierung dieser Idee profitieren, kann ich kann mir schon vorstellen, dass weitere Verlage und Auslieferungen unserem Beispiel folgen werden. Für die Branche insgesamt wäre es jedenfalls ein Schritt nach vorn