In Deutschland werden bereits 20 Prozent aller Gebrauchtbücher – fünfmal so viel wie bei den Neuerscheinungen – über das Internet verkauft. Dies ergab eine aktuelle Studie des Online-Antiquariats Abebooks unter deutschsprachigen Antiquaren und Buchanbietern. Noch vor drei Jahren wechselte nur jedes zehnte deutsche Gebrauchtbuch via Web seinen Besitzer. Damit hat sich die Quote verdoppelt- und steigt weiter.
Woran liegt es, dass gerade Gebrauchtbücher im Netz so beliebt sind? Antiquarische Bücher sind für den Internethandel wie geschaffen. Vergriffene Titel, die man einst jahrelang suchen musste, erscheinen heute per Mausklick dank weltweiter Suchoptionen binnen Sekunden auf den Bildschirm. Und die Kreditkarten-Zahlung ermöglicht das Bestellen aus den fernsten Winkeln der Erde.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auch, dass sich der Internethandel inzwischen auch für das Gros der Antiquare zu einem ganz normalen Geschäftsbereich entwickelt hat. „Noch vor fünf Jahren waren es vor allem die ‚jungen Wilden‘, die als Quer- und Neueinsteiger die Antiquarsbranche aufmischten und im Netz Bücher anboten“, erinnert sich Ulrich Brand, Geschäftsführer von Abebooks Europe. „Inzwischen nutzt die große Mehrheit der Antiquare das Internet für ihr Geschäft.“