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Mehr als 10.000 Quadratmeter für Kinder und Jugendliche auf der Leipziger Buchmesse

Ein Viertel der Gesamtausstellungsfläche auf der Leipziger Buchmesse ist den jungen Lesern gewidmet: Auf mehr als 10.000 Quadratmetern stellen internationale Autoren auf dem Messegelände ihre neuen Bücher vor. Darüber hinaus gibt es rund 130 Angebote zum Thema Fortbildung. Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, erwartet auch in diesem Jahr mindestens 30.000 Kinder und Jugendliche, die neugierig sind auf die Angebote in den Messehallen. Bei Europas größtem Lesefest „Leipzig liest“ präsentieren 85 Autoren in 260 Veranstaltungen Literatur für junge Leser.

Geschichten über Geschichte, Wissenschaft und Zukunft

Aus dem aktuellen Anlass „60 Jahre nach dem Krieg“ beschäftigen sich Kinder- und Jugendbuchautoren mit dem Thema Nationalsozialismus. Mirjam Pressler stellt im Zeitgeschichtlichen Forum (17.03.2005, 16.30 Uhr) den Roman „Die Kinder von Bergen-Belsen“ vor. Er entstand aus den Erinnerungen der Hetty Verolme, die 1944 gemeinsam mit ihren Eltern von den Nazis in das Konzentrationslager verschleppt wurde. Auch Hermann Vinke will mit seinem Jugendsachbuch „Das dritte Reich“ junge Leser an das Thema heranführen und erklärt die Ursachen, Wirkungen, Zusammenhänge und Folgen des Dritten Reichs (18.03.2005, 16 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum).

Noch weiter blickt der Norweger Jostein Gaarder, Autor des Bestsellers „Sofies Welt“, in die Vergangenheit zurück. In seinem neuen Roman „Maya oder das Wunder des Lebens“ verfolgt er die spannenden Wege der Evolutionsgeschichte. Am ersten Messetag bringt er ihn in der Lesebude 1 zu Gehör (17.03.2005, 11.30 Uhr). Hingegen wagt Eirik Newth mit seinem Buch „Abenteuer Zukunft“ einen Blick ins „Morgen“. Der norwegische Autor schildert, welche faszinierenden Ideen und Modelle unser Leben künftig verändern könnten und welche Trends Zukunftsforscher schon heute erkennen (19.02.2005, 13.00 Uhr, Lese-Treff).

Geschichten über gutes Benehmen – Kinder, Eltern und Alltagsprobleme

Undogmatisch und unterhaltend helfen Romane beim Erwachsenwerden und bei Alltagsproblemen. Liebeskummer, die Trennung der Eltern, Schwangerschaft mit 15 Jahren: Kleine und große Probleme Heranwachsender thematisieren auch die Veranstaltungen im Kinder- und Jugendbuchbereich der Leipziger Buchmesse.
Patricia Schröder beschreibt in „Liebe lieber nicht“ die Entwicklung einer Freundschaft, wenn die große Liebe dazwischen funkt (17.03.2005, 12.30 Uhr, Lesebude 1). Der Jugendarzt Dr. Christoph Hilsberg liest aus seinem Buch „Liebe und Sex für Teenies“ und diskutiert mit Jugendlichen über die Pubertät (19.03.2005, 13.00 Uhr, Lesebude 2). In seiner Geschichte „Wut im Bauch“ greift Manfred Theisen ein hochbrisantes Thema auf: Amoklauf an Schulen (17.03.2005, 12.30 Uhr, Lese-Treff). Für welche Verwirrungen Chatbekanntschaften sorgen können, beschreibt Friederike Wilhelmi in ihrem Buch „Liebe.Chat@castingfieber“.

Wie Jugendliche brenzlige Situationen im Miteinander meistern können, verraten Alexander Freiherr Knigge, Nachfahre des berühmten Knigge, und seine Co-Autorin Claudia Cornelsen in ihrem Roman „Expedition Knigge oder Das Geheimnis eines alten Buches“. Tipps für den respektvollen Umgang Jugendlicher miteinander geben sie am ersten Messetag (17.03.2005, 11.30 Uhr, Lese-Treff).

Comics in Leipzig – 300 Veranstaltungen, internationale Stars und Premieren

Über 300 Veranstaltungen rund um das Thema „Comic“ bringen die Stars der internationalen Szene nach Leipzig. Darunter sind zahlreiche „Großmeister“ der Manga-Kunst, die extra aus Japan anreisen und damit zeigen, dass die Leipziger Buchmesse mittlerweile zum wichtigsten europäischen Treffpunkt für Mangafans avanciert ist.

Ein Höhepunkt ist der Besuch von Starzeichner Kazuki Takahashi. Der Erfinder der erfolgreichen Mangaserie „Yu-Gi-Oh!“ gibt für seine Fans nicht nur Autogramme und Interviews, sondern auch einen Workshop. Übrigens: Das aus der Serie entwickelte gleichnamige Kartenspiel ist das meistverkaufte in Deutschland.

Zum ersten Mal kommt auch Ms. Emura nach Deutschland. Ihre Manga-Liebesgeschichte „W Juliet“ entwickelte sich in den letzten Jahren in Japan zum Kulthit. Ms. Emura stellt den zweiten Band von „W Juliet“ vor, signiert und gibt am Samstag ein Interview im Saal 4 des Congress Centers Leipzig (CCL).

Seinen ersten Auftritt auf der Leipziger Buchmesse hat der junge Hamburger Verlag TOKYOPOP. Im gerade fertig gestellten Sammelband „Manga Fieber“ bietet TOKYOPOP neun Autoren – jungen Hoffnungsträgern der deutschen Manga-Zeichner-Szene – die Gelegenheit, ihr Talent mit Kurzgeschichten unter Beweis zu stellen. Alle an dem Projekt beteiligten Autoren sind auf der Messe anwesend und signieren gemeinsam den Band.

Zum ersten Mal nehmen auch koreanische Zeichner auf der Buchmesse teil. Manhwa-Stars wie Ju Yeon Rhim, die Autorin von „Ami – Queen of Hearts“ und Huyon Dong Han, der Schöpfer von „Kumiho – der Fuchs mit den neun Schwänzen“ sind die gesamte Messe über in Leipzig und signieren ihre Werke.

Eine weitere Premiere feiert der Leipziger Dojinshi-Markt. Hier können junge Mangazeichner ihre Werke nicht nur zeigen, sondern auch verkaufen. Verlage haben die Chance, Talente zu entdecken.

Aber nicht nur Mangas sind ein großes Thema: Auch der renommierte Simpsons-Zeichner und Artdirector Nathan Kane ist zum ersten Mal in Deutschland zu Gast und signiert seine Werke. Er feiert zusammen mit seinen Fans ein Jubiläum: Die 100-seitige Simpsons Jubiläumsausgabe Nr. 100 ist Anfang Februar erschienen.

Noch ein Spartipp für Comicfans: Wer am Samstag oder Sonntag im Manga- oder Animekostüm auf die Leipziger Buchmesse kommt, erhält zusammen mit einer Begleitperson freien Eintritt.

Mittlerweile Kultcharakter hat Europas größter Manga-Zeichenwettbewerb auf der Leipziger Buchmesse: 2.300 (2004: 2.100) junge Manga-Zeichner aus 18 Ländern haben sich an den „Manga-Talenten 2005“ beteiligt. Der Preis wird am Samstag gemeinsam mit dem „Shonen Jump BANZAI! – Preis“ auf dem Schwarzen Sofa im Comic-Zentrum um 16.00 Uhr vergeben. Die Redakteure des „Shonen Jump“-Magazins – eines der renommiertesten japanischen Comic-Magazine – ermitteln unter allen Teilnehmern der „Manga-Talente 2005“ ihren Favorit in der Kategorie Geschichte.

Profis und Laien bewerten Bücher und Buchhandlungen

Am Donnerstag um 12 Uhr kürt die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) mit dem „Kinderbuchhandlungspreis 2005“ die besten und engagiertesten Kinder- und Jugendliteratur-Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Nominierungsliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2005, der im Herbst diesen Jahres verliehen wird, verkündet der Arbeitskreis für Jugendliteratur am Freitag um 11.00 Uhr.

Außerdem betätigen sich 4.000 Jugendliche für den „Prix des Lycéens Allemands“ erstmals als Literaturkritiker: Die deutschen Oberstufenschüler zeichnen ihren Favoriten unter französischen zeitgenössischen Jugendromanen mit dem „Preis der deutschen Gymnasiasten“ aus. Ausgelobt wurde er von der Kulturabteilung der französischen Botschaft, den Kultusministerien der Bundesländer, dem Ernst-Klett-Verlag sowie der Leipziger Buchmesse.

„Leipzig liest vor“ – die längste Lesung der Buchmesse

Wie ein Buch entsteht und wer daran mitarbeitet – das wissen nur wenige Leser. Deshalb geben bei „Planet Buch“ Mitarbeiter und Autoren der Verlage Goldmann, Heyne, Blanvalet, btb und des cbj Kinder- und Jugendbuchverlages auf der Leipziger Buchmesse in der Messehalle 3 Einblick in ihre Arbeit.

Am letzten Ausstellungstag stehen dann nicht die „Macher“, sondern die Besucher im Rampenlicht: Unter dem Motto „Leipzig liest vor“ findet die längste Lesung der Messe statt. Von 11.00 bis 17.00 Uhr dürfen große und kleine Bücherfreunde je 15 Minuten vorlesen. Als „Honorar“ winken Bücher.

Ihre eigenen Werke dagegen lesen Kinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für das Projekt „Zauberhafte Geschichten“: Die Jungautoren schrieben eine kurze Einleitungs-Geschichte der renommierten Schriftstellerin Rebecca Hohlbein zu Ende. Die besten Arbeiten sind nun als Buch erschienen. Die Ergebnisse stellen Rebecca und Wolfgang Hohlbein gemeinsam mit dem Autorennachwuchs am Sonntag in der Lesebude vor.

Aktiv werden Schüler der 5. und 6. Klassen auch beim Quiz „Wer liest gewinnt“. Die Kooperationspartner DasTelefonbuch sowie Arbeitskreis für Jugendliteratur und Deutscher Bibliotheksverband richten in diesem Jahr deutschlandweit etwa 50 regionale Wettbewerbe aus. Beim Leipziger Wettbewerb stellen auf der Buchmesse drei Teams ihre Literaturkenntnisse unter Beweis.

Bildung, Fachveranstaltungen und Symposien

Die Leipziger Buchmesse ist nicht nur ein unterhaltsames Lesefest, sondern sie avanciert mit 130 Veranstaltungen in diesem Jahr zu einem der wichtigsten Foren für Fortbildungsthemen in Deutschland. Lehrer und Erzieher finden hier alles vom klassischen Schulbuch bis zur Lernsoftware. 30.000 Schüler nutzten im Vorjahr die Messe als Projekttag und für einen Unterricht der anderen Art.

Experten diskutieren auch in diesem Jahr wieder Themen rund um Bücher und andere Medien. Spezialisten der Stiftung Ravensburger Verlage werten beispielsweise die Ergebnisse einer Studie zur Mediennutzung der 10- bis 16-jährigen aus. Beim Symposium „Buch auf – Film ab!“ diskutiert der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. über verfilmte Kinder- und Jugendliteratur.

Parallel zur Leipziger Buchmesse veranstaltet das Sächsische Staatsministerium für Kultus und der VdS Bildungsmedien e.V. im Congress Center Leipzig am 18. und 19. März 2005 einen Bildungskongress zum Thema „Schule gestalten“. Lehrer aller Bildungseinrichtungen nutzen die Veranstaltungen, um sich über Neuigkeiten auf dem Bildungs- und Schulbuchmarkt zu informieren und sich für ihre tägliche Arbeit inspirieren zu lassen. Die Leipziger Buchmesse gilt als eines der wichtigsten Foren für Bildungsthemen in Deutschland.

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