Drei Tage intensiver Handel mit Büchern und Rechten versprachen die Organisatoren

der Londoner Buchmesse: Vom 13. bis 15. März dauerte die Messe in Kensington (diesmal noch) im alten London Olympia.
Und es war eng und „very busy“. Rund 20000 Kollegen, Autoren, Verleger und Agenten aus über 100 Ländern waren da. Die Messehalle ist definitiv zu klein geworden – und da wird die Entwicklung einsertzen, die zur ernstjaften Konkurremnz für Frankfurt werden kann, wenn die Messe demnächst umzieht.
London ist der Marktplatz der Bücherwelt. Hier gibt es kein Publikum, hier geht es einzig um das Geschäft, um die Zukunftsaussichten und um das Medium Buch und die Content-Verwertung. Für die Ausländer ist London mehr und mehr der erste Handelsplatz, effektiv und konzentriert. Vor allem die Vertreter der Verlage aus den aufstrebenden Ländern in Osteuropa sind zahlreich da und gewillt Geschäfte abzuschließen.
Die deutschen Verleger und Programmverantwortlichen waren durchwegs optimistisch, was ihr Geschäft Zuhause angeht und einzelne Stimmen bei den internationalen Lizenzverkäufern meldeten bereits am ersten Tag zahlreiche Abschlüsse mit deutschen Kollegen, – „so gut wie schon lange nicht mehr“. Der schwache Dollar macht natürlich auch viele Geschäfte heute gut kalkulierbar.
Beinahe unbemerkt präsentiert, aber mit erheblicher Potentialität, ist das Angebot der Internet Suchmaschine Google den Inhalt von Büchern in Auszügen digital ins Netz zu stellen: „Google Print“ nennt sich die Strategie. Die Suchmaschine als perfektes Verkaufs- und Marketinginstrument für den Buchverkauf.
„ Ihre Bücher“, so Google Print,“werden sich besser verkaufen, wenn mehr Menschen sich darüber informieren können. Mit unserem Service werden die Leser ihre Bücher finden.“
Google sucht nun Kooperationspartner, die Inhalte zur Verfügung stellen, stellt diese ins Netz und verknüpft diese wiederum mit einem Link zu möglichen Internet Verkaufsplattformen. Der interessierte Leser findet mit der Suchmaschine das richtige Buch zum Thema, kann die eingestellten Seiten aufblättern, aber nicht drucken.
Mit etwas Phantasie kann man hier natürlich weiterdenken und die Onlinepräsenz von Goggle ist gewaltig.
Das kommende Jahr wird die Messe in London in das ExCel London, dem internationalen Ausstellungs- und Konferenzzentrum in den Docklands nahe zum Flugplatz London City Airport umziehen. Modern, großzügig und weitläufig, lautet das allgemeine Urteil. Die Londoner Verlagskollegen sind begeistert von diesem neuen Standort.
Allerdings der Charme der Innenstadt ist dann natürlich weit entfernt.
Wer genauer wissen möchte, wo das ExCel zu finden ist, kann im Internet schon unter www.streetmap.co.uk unter dem Postcode des ExCel – E16 1XL- nachschlagen oder die Website www.excel-london.co.uk anklicken.
Ulrich Grasberger grasberger@arcor.de