Die lange Suche des Literaturhauses Basel nach einer neuen festen Bleibe geht weiter. Aus dem für April geplanten Einzug an den neuen Standort am Gemsberg 7a in der Basler Innenstadt wird nichts. Das Projekt ist am Widerstand der Anwohner gescheitert.
Das Basler Bauinspektorat hatte zwar das Baugesuch für den neuen Standort
des Literaturhauses bewilligt, wie Trägervereins-Präsident Hans-Georg-Signer am Dienstag vor den Medien sagte. Die Bewilligung sei indes mit betrieblichen und baulichen Auflagen verbunden, unter denen man kein Literaturhaus betreiben könne.
Gescheitert ist der neue Literaturhaus-Standort am Gemsberg 7a am Widerstand der Anwohner. Insgesamt 16 Einsprachen wurden gegen das am 22. Dezember 2004 eingereichte Baugesuch erhoben. Laut Signer wollten radikale Opponenten das Projekt ganz verhindern. Gemässigtere Kritiker forderten Schall- und Lichtschutzmassnahmen.
Das Literaturhaus wäre laut dem Präsidenten des Trägervereins angesichts der ruhigen Lage des neuen Standorts zu vielen Kompromissen bereit gewesen. Die Gegner hätten sich jedoch sogar am Applaus gestört und das Lachen von Gästen sowie das Klirren von Gläsern befürchtet.
Nun verzichtet das Literaturhaus auf den Standort. „Wir fühlen uns am Gemsberg unwillkommen“, sagte Signer enttäuscht. Deshalb will man auch nicht auf dem Rechtsweg gegen die Auflagen kämpfen. Unter anderem dürften Veranstaltungen nur bis 22.00 Uhr dauern und nicht mit Musik untermalt werden. Gestrichen wurde zudem die Theke im Foyer.
Nun geht die Suche nach einem neuen Standort weiter. Bis ein solcher gefunden wird, lädt das im Jahr 2000 im Unternehmen Mitte eröffnete erste Literaturhaus der Schweiz zu Gast-Veranstaltungen an wechselnden Standorten ein.
Aus dem Unternehmen Mitte war das Literaturhaus Ende 2003 aus finanziellen Gründen ausgezogen. Seither steht die Institution ohne eigene Lokalitäten da. Ein erstes Projekt für einen neuen Standort in einer ehemaligen Druckerei an der Barfüssergasse musste aus Kostengründen aufgegeben werden.
Ein Literaturhaus brauche wie ein Kino oder ein Theater einen festen Standort, ist Intendantin Magrit Manz überzeugt. Nötig seien Lokaliäten in der Innenstadt mit einer Fläche von insgesamt rund 230 Quadratmetern. Neben einem Veranstaltungsaal für rund 120 Personen brauche es auch Platz für ein Foyer-Café und Büros