Home > ARCHIV > Studie: Wie Studenten Buchhandels-Fachzeitschriften nutzen

Studie: Wie Studenten Buchhandels-Fachzeitschriften nutzen

Die Studentinnen Manja Adler und Katharina Bauer über ihre Studie zur Nutzung von Buchhandels-Fachzeitschriften durch Studenten:
BuchMarkt: Frau Adler, Frau Bauer, wie kam es zu Ihrer Studie? War es eigenes Interesse?
Manja Adler: Im sechsten und siebten Semester wurden in unserem Studienschwerpunkt „Medien- und Marktforschung“ bei unserem Professor Dr. Hillebrecht Projektarbeiten vergeben. Wir haben beide bei der Leipziger Volkszeitung Verlagskauffrau gelernt. Dadurch haben wir eine Affinität zu Pressethemen entwickelt und uns im Studium bevorzugt mit dieser Thematik beschäftigt. Deshalb haben wir uns für die Fachzeitschriften-Studie entschieden. Andere Gruppen haben zu Beispiel die Nutzung des Internets durch Studenten untersucht.

Manja Adler (l.), Katharina Bauer

BuchMarkt: Wie sind Sie bei der Durchführung Ihrer Studie vorgegangen?
Katharina Bauer: Ursprünglich sollten wir die Fachzeitschriftennutzung durch Studenten verschiedener Fachbereiche unserer Hochschule analysieren. Wir haben uns aber dazu entschlossen, das Fachzeitschriftenangebot für die Verlags- und Buchbranche zu untersuchen und demnach entsprechende Studiengänge ausgewählt. Insgesamt haben sechs Hochschulen mit uns kooperiert: Die Unis in Mainz, München, Erlangen-Nürnberg, und Leipzig, die Hochschule der Medien Stuttgart und natürlich die HTWK. Wir haben dann die Studenten dieser Hochschulen zu ihrem Nutzungsverhalten von Fachzeitschriften befragt.
Adler: Mit insgesamt 100 auswertbaren Fragebögen haben wir zwar eine verhältnismäßig kleine Stichprobe, dennoch konnten wir sehr interessante und brauchbare Ergebnisse ermitteln.

BuchMarkt: Als da wären?
Adler: Zum Beispiel ist der Anteil der Studenten, der Fachzeitschriften studienbegleitend nutzt, sehr hoch: Er liegt bei über 90 Prozent. Aber meistens lesen die Studenten ihre Fachzeitschriften in der Bibliothek…
Bauer: … nur etwa ein viertel würde auch Geld für Fachzeitschriften ausgeben. Dann aber auch nicht mehr als, im Schnitt, 116 € im Jahr.

BuchMarkt: Da haben wir ja Glück – unser Studentenabo kostet weniger…
Bauer: Schon, aber da ist ja auch die Konkurrenz. Die „Buch-Studenten“ gaben an, nicht nur rein branchenübliche Fachzeitschriften wie den BuchMarkt, das Börsenblatt oder den Buchreport, sondern auch marketingorientierte Titel wie z.B. Horizont oder Werben & Verkaufen zu lesen.
Adler: Zudem ist es notwendig, die Titel bei den Studenten bekannt zu machen. Die Fachverlage unterschätzen unserer Ansicht nach die Chance, die Professoren als Multiplikatoren für die eigene Bekanntheit zu nutzen. Zwar kennen viele Studenten den BuchMarkt, aber eben nicht alle…

BuchMarkt: Was für einen Nutzen will ein „Buch-Student“ aus der Lektüre von Fachperiodika ziehen?
Bauer: Er will neben dem zum großen Teil theoretischen Studium ein Gefühl für die Praxis bekommen, das ist ein ganz zentraler Punkt. Aber natürlich will er auch „up to date“ sein.
Adler: Deshalb ist das Internet in Bezug auf die Zielgruppe „Student“ der größte Konkurrent für die Print-Ausgaben. Die reine Information kann man leicht nur über das Internet bekommen. Deshalb ist es wahrscheinlich wichtig – auch wenn das nicht explizit Inhalt unserer Studie war -, dass die Zeitschriften im Print-Bereich die Hintergründe genauer erläutern, es muss einen deutlichen Unterschied zwischen Online- und Print-Angebot geben. Der BuchMarkt geht da schon in die richtige Richtung – kurze Infos online, Hintergründe im Heft. Auch das Archiv nur für Abonnenten ist nach unserer Studie ein wahrscheinlich richtiges Konzept.

BuchMarkt: Wie könnten Fachzeitschriften denn die Studenten besser erreichen?
Bauer: Mehr studentische Themen wären natürlich eine Möglichkeit – eine Vorstellung der Studiengänge, eine Praktikums- oder Stellenbörse zum Beispiel. Aber auch das Verhältnis des redaktionellen zum Anzeigenteil ist wichtig. Hier steht der BuchMarkt übrigens recht gut da…
Adler: Die Studenten müssten generell als Zielgruppe wahr- und ernst genommen werden. Sowohl bei der Themenwahl als auch durch werbliche Maßnahmen. Da könnte noch viel mehr getan werden!

Kontakt: mafoteam-leipzig@web.de

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige