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„Brotlos?“-Schweizerische Landesbibliothek zeigt noch bis 22. Mai Ausstellung „Vom Schreiben und vom Geld“

Irgendwo in seinen Tagebüchern beschreibt Max Frisch, wie er in Zürich auf einem Platz steht und einen Polizisten danach fragt, wo es denn hier wohl eine Bank gäbe. Da, da, da und da, antwortete dieser sinngemäss und deutete in alle vier Himmelsrichtungen – er solle sich doch bitte eine aussuchen. Einer Eingebung folgend ging Frisch in alle vier oder fünf Banken, fragte höflich ob er hier ein Konto hätte und musste, ganz und gar überrascht, feststellen, dass er in jeder besuchten Bank mindestens ein Konto hatte, mit teilweise recht stattlichen Beträgen- für die damalige Zeit. „Vorsorgender Hamstereffekt“, könnten wir dazu sagen, denn Frisch hatte alle Konten wohl zu einem Zeitpunkt angelegt, an dem er Geld hatte und anschliessend sowohl Konten wie Geld vollständig vergessen.

Doch nicht allen Autoren und Schriftstellern ging es, nicht nur in der Schweiz, wie Max Frisch. Noch bis zum 22. Mai 2005 zeigt die Schweizerische Landesbibliothek in Bern die Ausstellung brotlos? – Vom Schreiben und vom Geld, die unter anderem Materialien von Friedrich Dürrenmatt, Hermann Hesse, Ludwig Hohl, Blaise Cendrars und anderen zum Thema zeigt http://www.snl.admin.ch/d/fuehr/v_index.htm. Ein Lehrstück in Sachen Geist und Geld: So belief sich Ludwig Hohls Liste der Einnahmen durch Veröffentlichungen für das Jahr 1940 auf zusammen 547,50 Franken, was monatlich gerade mal 45,63 Franken entspricht. Aktuell findet am Mittwochabend, dem 27. April, die „kulturpolitische Diskussion“ Literatur und Geld in der Schweiz, aktuell statt, damit das, über was man nicht spricht, aber jeder ständig braucht, auch mal zur Sprache kommt.
STEFAN BECHT stefan@stefanbecht.de

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