Verleger Helge Malchow sieht nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ eine Neigung der Gerichte, „in einer Güterabwägung zwischen Grundrechten die Kunstfreiheit einzuschränken“. Er äußert sich damit zum Urteil des Karlsruher Bundesgerichtshofes, [mehr…] das Kiepenheuer & Witsch verbietet, Maxim Billers Roman „Esra“ zu veröffentlichen.
Das Urteil schränke nicht nur die ästhetische Arbeit der Autoren ein, sondern bedrohe auch die humane Gesellschaft, sagte Malchow. Schon jetzt bemerke er, dass die Urteile gegen das Buch von Biller „zu einer Verängstigung und deutlichen Verkrampfung“ unter Autoren geführt habe: „Ich beobachte eine Art innerer Vorzensur beim Schreibprozess, die dem Kunstwerk nicht zugute kommen kann“, sagte er der „Rheinischen Post“. Enttäuscht äußerte sich Malchow auch über die mangelnde Solidarität von Autoren und Verbänden im Fall Biller. Ob der Verlag in die Revision vor das Bundesverfassungsgericht gehen wird, steht noch nicht fest.