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Deutscher Filmpreis wird am Freitag bei TV-Gala in der Berliner Philharmonie vergeben / Zwei Stunden Übertragung in der ARD

Kinokrise hin oder her – wenn an diesem Freitagabend, also übermorgen, in der Berliner Philharmonie die Deutschen Filmpreise 2005 erstmals von der Deutschen Filmakademie vergeben werden (Moderation: Michael „Bully“ Herbig, Höhepunkte ab 21:40 Uhr in der ARD), dann dürfte dies auch für den Buchhandel interessant sein. Oberflächlich betrachtet mag ja mitunter den Eindruck entstehen, die Schnittmenge zwischen den beiden kränkelnden Branchen Film und Buch sei relativ gering. Dem ist aber nicht so, das zeigt auch der Blick auf die diesjährigen Nominierungen. Denn für die LOLA(s), so heißt die renommierteste und mit insgesamt 2,845 Millionen Euro (Fördergeldern) höchstdotierte Auszeichnung des Deutschen Films, die neuerdings von der Deutschen Filmakademie vergeben werden, sind wieder etliche Stoffe und Personen nominiert, mit denen auch der Buchhandel und die Leser bereits allerbeste Bekanntschaft geschlossen haben.

Und damit sind nicht nur die vielen, für ihre Haupt- oder Nebenrollen nominierten Schauspieler gemeint, die auch für Hörbuch-Produktionen unterschiedlichster Genre und Verlage hinter den Mikrofonen standen (oder saßen), so u.a. Hannelore Elsner, Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Ulrich Matthes oder Uwe Ochsenknecht.

In der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm wurden nämlich gleich zwei Streifen nominiert (Preisgeld je 125.000 Euro), deren erfolgreiche Buchvorlagen, „Die wilden Fußballkerle“ von Joachim Masannek (Illustrationen: Jan Birck) und „Lauras Stern“ von Klaus Baumgart, im Baumhaus Buchverlag erschienen sind: Der Film „Die Wilden Kerle 2“ entstand nach dem Drehbuch und unter Regie von Joachim Masannek. Produziert wurde der Streifen, der seit Mitte Februar 2005 mehr als 1,5 Millionen Zuschauer erreicht hat, von SamFilm (Verleih: Buena Vista). Autor/Regisseur und Produktionsfirma drehen in diesem Sommer bereits einen dritten Film über die „Wilden Kerle“, der dann im Fußballweltmeisterschaftsjahr 2006 in die Kinos kommen soll. (Zuvor wird übrigens der gleichfalls von SamFilm produzierte Weihnachtsfilm „Es ist ein Elch entsprungen“, nach dem gleichnamigen Kinderbuch, Carlsen, von Andreas Steinhöfel, ab November zu sehen sein.)

Der Zeichentrickfilm „Lauras Stern“ ist im Herbst 2004 mit mehr als 1,4 Millionen Zuschauern erfolgreich in den Kinos gelaufen und inzwischen bereist auf DVD lieferbar. Das Drehbuch hatten Piet de Rycker und Michael Mädel u.a. nach den Ideen von Klaus Baumgart verfasst. Regie führte Thilo Graf Rothkirch, Produzent war die Cartoon-Film (Verleih: Warner Bros.). Die Bücher zu beiden Filmen sind übrigens ebenfall bei Baumhaus lieferbar. Dessen Verleger Bodo Horn-Rumold wird in Berlin unter den 2000 geladen Gästen sein, immerhin ist ein „Doppelsieg“ zu feiern, der Bundesfilmpreis in Gold und in Silber ist den verfilmten Stoffen schon jetzt sicher – die Frage nur spannend: Wer bekommt welche Ehrung? Die Produzenten von „Lauras Stern“ übrigens, Maya Gräfin Rothkirch und Thilo Graf Rothkirch, begannen schon Ende der 80er Jahre Zeichentrickfilme und -Serien fürs Fernsehen zu schreiben, zu entwickeln, zu inszenieren und zu produzieren. Zehn Jahre später verantworteten sie das Kinoprojekt „Tobias Totz und sein Löwe“ (nominiert für den Deutschen Filmpreis 2000, Baumhaus) und 2001 „Der kleine Eisbär“ (Buchvorlage: Nord-Süd).

Aber nicht nur beim Kinder- und Jugendfilm, auch in der Kategorie Bester Spielfilm flankieren Bücher die nominierten Filme: So ist der Schriftsteller und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer nicht nur Herausgeber des im Fischer Taschenbuch Verlags erschienenen Buchs zum Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ und einer der Produzenten des Films, sondern zugleich nominiert – wen wundert´s – in der Kategorie Bestes Drehbuch. Nominiert in der Kategorie Bester Spielfilm ist der Streifen „Die fetten Jahre sind vorbei“, das „Film-Tie-In“-Buch von Edgar Rai nach dem Film von Hans Weingartner und Katharina Held ist im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen. Und Oskar Röhler, dessen „Originaldrehbuch“ zum Film „Die Unberührbare“ schon bei Kiepenheuer & Witsch erschienen war, auch Regie bei „Agnes und seine Brüder“ und das Drehbuch geschrieben.

Zu den drei Nominierten in der Kategorie Beste Regie gehört Volker Schlöndorff, der für „Die Blechtrommel“ (1979) nach dem gleichnamigen Roman des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass die Goldene Palme von Cannes und den Oscar erhalten hat und seither immer wieder – u. a. mit Literaturverfilmungen wie „Tod eines Handlungsreisenden“ (1984) oder „Homo Faber“ (1991) – Furore gemacht hat. Diesmal ist er nominiert für den Film „Der neunte Tag“.

Die Verleihung dieses 55. Deutschen Filmpreises wird erstmals im Auftrag der Kulturstaatsministerin Christina Weiss von der Deutschen Filmakademie ausgerichtet.

Weitere Informationen auch unter www.deutsche-filmakademie.de und in einem Gespräch mit der Präsidentin der Deutsche Filmakademie Senta Berger heute in der Zeitung DIE WELT www.welt.de/data/2005/07/06/741654.html

Harald Kiesel
Mail(harald-kiesel@web.de)

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