„Gemeinsam satt werden – Was ein gutes Kochbuch wirklich ausmacht“ heißt ein Beitrag von Robert Menasse heute in der WELT
Der Hintergrund: Nicht nur die Koch-, auch die Kochbuchkultur bedarf der Förderung. Deshalb wählt das Deutsche Institut für Koch- und Lebenskunst jeden Monat ein „Kochbuch des Monats“.
Zur Jury gehört neben Frank Brunner der österreichische Schriftsteller Robert Menasse. Für ihn kommt „Dieter Müller“ aus der Collection Rolf Heyne dem Ideal eines guten Kochbuchs sehr nahe.
Er schreibt: „Köche, vor allem die besten und berühmtesten, haben in der Regel einen schlechten Geschmack. Ihnen vergeht nicht der Appetit bei den affektierten Titeln, die sie ihren Kreationen geben, sie schmecken nicht, wie ausgelutscht die Phrasen sind, mit denen sie ihre Rezepte formulieren, sie übergeben sich nicht vor dem Kitsch, mit dem sie ihre „Gourmet-Tempel“ einrichten. Sie gemahnen auf ihre Weise an Philosophie-Professoren, die eine avancierte Ästhetik-Vorlesung halten und dabei eine Trevira-Hose mit einem Kunstledergürtel …“