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DREI FRAGEN AN Eckart Schlapp zur Aufgabe seiner Stammbuchhandlung

Ein neues Signal aus dem mittelständischen Buchhandel: Die Buchhandlung H.L.Schlapp schließt nach 170 Jahren am Ort Ende Juni ihr Darmstädter Hauptgeschäft, noch bevor nebenan Thalia eröffnet. Die weiteren Schlapp-Filialen bleiben aber erhalten. DREI FRAGEN deshalb an Eckart Schlapp

Eckart Schlapp

Was hat zu Ihren Entschluss geführt?

Eckart Schlapp: Der Markt einer 130.000 Einwohner Stadt lässt es nicht zu, dass drei moderne und nicht ganz kleine Buchhandlungen in unmittelbarer Nähe dauerhaft existieren können. Wir sind nun mal mit unseren drei Etagen die Schwächsten in dieser Reihe.

Wieso?

Wir haben damit wahrscheinlich die höchste Kostenstruktur, an der wir nicht viel verändern können werden. Alle unserer vielen Stammkunden würden sicherlich fest zu uns stehen, aber wir brauchen für eine sichere Zukunft auch die sogenannten vagabundierenden Gelder. Dazu haben wir eine Verpflichtung unseren Mitarbeitern gegenüber, die wir sehr ernst nehmen. In Darmstadt werden in nächster Zeit viele Buchhändler gesucht und unsere Entscheidung gibt allen die Möglichkeit in ihrem Beruf und in unserer Stadt weiter zu arbeiten, wenn sie ein wenig Eigeninitiative ergreifen. Diese Möglichkeit ist allen Mitarbeitern verbaut, wenn wir länger als Oktober die Buchhandlung betreiben würden.

Sie machen einen ungewöhnlichen Schritt und wechseln als Angestellter zu Habel.

Ja, das ermöglicht diese Entscheidung unseren anderen Buchhandlungen und dem aufgebauten Bücherservice (Liefer- und Rechnungsgeschäft) einen sicheren Weg in die buchhändlerische Zukunft. Und ich bleibe dem Darmstädter Buchhandel erhalten. Schade nur, dass in den letzten Jahren generell im Einzelhandel eine immer stärker werdende Konzentration durch rasch expandierende Filialketten zu beobachten ist, in deren Folge immer mehr Innenstädte ihre Einzigartigkeit und ihren Charme verlieren.
Auch am Buchhandel, der in Darmstadt traditionell stark vertreten ist, geht diese Entwicklung nicht spurlos vorbei, weil einheitliche Systembuchhandlungen jetzt versuchen, sich ihren Markt durch Verdrängung zu erschließen, da der Buchumsatz in den letzten Jahren insgesamt stagniert.

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