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Marcel Reich-Ranicki ergreift für Maxim Biller und „Esra“ Partei

Nachdem sich vor einigen Wochen in einem öffentlichen Aufruf mehr als 100 prominente Künstler, Theaterleute und Autoren, darunter die Nobelpreisträger Günter Grass und Elfriede Jelinek, für den Schriftsteller Maxim Biller eingesetzt und gegen das Verbot seines Romans „Esra“ und die Entschädigungsforderung der beiden Klägerinnen ausgesprochen haben, hat nun auch der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki seine Unterstützung für diesen Aufruf zum Ausdruck gebracht.

In einem in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Interview sagt er:

„Da ist ein sehr gefährliches Phänomen zutage getreten, und es ist sehr gut, dass sich viele Schriftsteller in einer gemeinsamen Erklärung dazu geäußert haben. Das kann nicht irgendein Bundestagsabgeordneter tun, sondern müssen Leute tun, die wissen, wie viel vom Leben eines Autors für die Literatur verwendet wird – nämlich alles. Es gibt keine anderen Romane als autobiographische, der Rest ist überflüssig. Romane sind entweder Buddenbrooks oder Doktor Faustus, entweder die ganze Gesellschaft umfassend oder hochpersönlich. (…)

Es geht darum, dass Billers Freundin und deren Mutter sich darüber empört haben, dass Elemente ihrer Biographie im Roman verwendet werden. Natürlich, was denn sonst! Ich bin überzeugt von der baldigen Niederlage der ehemaligen Freundin: Sie wird mit ihrer törichten Klage nicht durchkommen. Es ist wichtig, dass Schriftsteller da sprechen, wo andere nichts sagen.“

Gegen das endgültige Verbot von Maxim Billers Roman „Esra“ durch den Bundesgerichtshof im Juni 2005 hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch Verfassungsklage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

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