„Ein Gaunerstückchen, äußerst frech und raffiniert ausgesonnen und verwegen in Szene gesetzt, daher erst viel später als ein solches erkannt, brachte gestern die Gemüter der Stadt Cöpenick in Aufregung“, meldete das Cöpenicker Tageblatt vom 17. Oktober 1906, also genau heute vor 100 Jahren.
Tatsächlich hatte Wilhelm Voigt, der 1849 als Sohn eines Schuhmachers in Tilsit geboren wurde, als „Hauptmann von Köpenick“ Geschichte geschrieben. Über die Tat und den Täter wurden unzählige Bücher und Aufsätze verfasst.
Jetzt ist das Buch „Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Ein Lebensbild“ druckfrisch im Berliner Verbrecher Verlag erschienen. Ludwig Lugmeier schreibt im Nachwort, das Buch sei „voller Ungenauigkeiten, Verdrehungen und Haarspaltereien, voller Katzbuckeleien, Angebereien und Rührseligkeiten“. Dennoch: sehr lesenswert ist es allemal, was der Herr Voigt über sich, seine Familie und sein Leben schreibt, ein Sitten- und Zeitgemälde. „Einen berufeneren Nachwortschreiber als Ludwig Lugmeier hätten die Verbrecher-Verleger für diese vergnüglichen Selbstbeweihräucherungen kaum auftreiben können, lobt die taz. Der 1949 geborene, gleichfalls legendäre Ganove machte sich mit Überfällen auf Geldtransporte einen Namen. Berühmt wurde er, als er 1976 während seines Prozesses in Frankfurt durch einen Sprung aus dem Fenster des Gerichtssaals entkam.