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Ablehnung der Förderung der Kafka Ausgabe eine „Katastrophe“

Mit diesem Brief haben sich heute Prof. Wolfram Groddeck und Dr. Walter Morgenthaler mit Unterstützung zahlreicher Autoren, Wissenschaftler, Verleger und Publizisten an den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewandt.

Mit Überraschung und äußerst befremdet haben wir die Meldung zur Kenntnis genommen, daß die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Förderung der historisch-kritischen Franz Kafka-Ausgabe abgelehnt hat.

Die Ausgabe wurde 1995 von Roland Reuß und Peter Staengle in Zusammenarbeit mit dem Stroemfeld Verlag ohne jede öffentliche Förderung begonnen und umfaßt bis heute fünf umfangreiche Bände. Sie hat im letzten Jahrzehnt weit über die Grenzen der Kafka-Forschung hinaus der neueren Philologie bedeutende Impulse gegeben und im In- und Ausland – selbst von anfänglich skeptischen Beobachtern – große Anerkennung erfahren.

Wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, ist sie für die Erschließung des Kafkaschen Werkes unverzichtbar: Sie ist die Grundlage jeder künftigen Erforschung dieser einzigartigen Dichtung in deutscher Sprache. Es wäre eine wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Katastrophe, wenn es bei der ablehnenden Entscheidung der DFG bliebe.

Wir bitten die DFG mit Nachdruck, die für uns unverständliche Entscheidung zu überdenken. Die historisch-kritische Kafka-Ausgabe verdient eine faire Begutachtung, die auch avancierte Ansätze in Editionstheorie und Praxis berücksichtigt.

Wolfram Groddeck, Walter Morgenthaler
Heidelberg, Zürich, Basel, 14. Oktober 2006

Die 16 seitige Liste der Mit-Unterzeichner ist unter www.textkritik.de/presse/offener_brief.htm im Internet zu finden.

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