Die Gütersloher Bertelsmann AG habe 2006 wieder deutlich zulegen können. Das teilte der Vorstandsvorsitztnde Gunther Thielen seinen Mitarbeitern in einem Weihnachtsschreiben mit. Bezeichnenderweise nannte das Unternehmen aber keine konkreten Zahlen. „Wir gehen also gut gewappnet in ein neues Geschäftsjahr, das ein nicht gerade einfaches medienwirtschaftliches Umfeld verspricht“, schrieb Thielen. Thielen verriet, dass der Nachfolger aus dem bestehenden Vorstandsteam kommen und im Januar vom Aufsichtsrat ernannt werde.
Doch die Planzahlen sind offensichtlich nicht erreicht worden. Ein jährliches Wachstum von 10 Prozent hatte sich das Haus ursprünglich vorgenommen. Bereits 2005 waren es nur 5,1 Prozent Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. So klingt der Rest des Briefes eher nach einer Brandrede, denn Thielen will offenbar vor seinem Wechsel in den Aufsichtsrat Ende 2007 noch die 10 Prozent bei Umsatz und operativem Ergebnis erreichen.
Bertelsmann müsse in der sich immer rascher wandelnden Medienwelt „noch schneller, mutiger und innovativer“ werden, forderte Thielen: „Wir müssen viel Neues ausprobieren, alle Trends aufgreifen, schnell und unbürokratisch Geschäfte aufbauen und sie auch konsequent wieder beenden, wenn sie nicht erfolgreich sind.“
Um Bertelsmann wieder unter eigene Kontrolle bringen zu können hatte das Unternehmen die prestigeträchtige Sparte BMG verkauft, wie bereits gemeldet [mehr…]. Nach Berichten der nachrichtenagentur Reuters hatte Bertelsmann hatte im Frühjahr ein Viertel seiner eigenen Aktien von der Groupe Bruxelles Lambert (GBL) für 4,5 Milliarden Euro zurückgekauft. Die Schulden stiegen dadurch bis Ende September auf 8,9 Milliarden Euro. Finanziert wurde der Aktienrückkauf über einen Kredit, der aus dem laufenden Geschäft und durch den BMG-Verkauf getilgt werden soll, so die Agentur.
Thielen bekräftigte, dass Bertelsmann bis 2008 finanziell wieder vollen finanziellen Handlungsspielraum haben wolle. Bis Ende 2007 will der Konzern seine internen Finanzierungsziele wieder erreicht haben: Die Finanzschulden sollen dann nur noch das 2,3fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) betragen.







