
Die Mayersche Buchhandlung erwirbt die Buchhandlung Osthus in Gütersloh. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte heute in Gütersloh durch Dr. Hartmut Falter (Mayersche Buchhandlung) und Folkert Roggenkamp (Buchhandlung Osthus) [mehr…]. Die bestehenden Buchhandlungen Osthus sowie die Filiale buch|medien|Haus am kolbeplatz werden im Herbst geschlossen und im Rahmen der Neueröffnung der Mayerschen Buchhandlung am Berliner Platz unter einem Dach zusammengeführt. Der neue Standort, der auf zwei Ebenen über 1200 qm verfügt, wird unter dem Namen Mayersche Buchhandlung Osthus geführt. buchmarkt.de sprach mit Folkert Roggenkamp.
buchmarkt.de: Sind Sie zufrieden mit den Verhandlungen mit der Mayerschen?
Folkert Roggenkamp: Die Verhandlungen waren nicht einfach, wurden aber stets fair und ohne Hintertürchen geführt. Vereinbarungen zwischen traditionsreichen Familienunternehmen gestalten sich vermutlich einfacher, weil der mentale Hintergrund sehr ähnlich ist. Aber natürlich handelt es sich nicht um eine „Hochzeit im Himmel“.
Und Ihr Gefühl, dass Sie als AUB-Mitbegründer und Verfechter des unabhängigen Buchhandels nun an den drittgrössten deutschen Buchhändler übergeben?
Ich habe meinen Posten in der AUB zum frühestmöglichen Zeitpunkt ruhen lassen und werde ihn jetzt nicht wieder aufnehmen. Von meinen Ämtern im Landesverbandsvorstand und im Sortimenterausschuss werde ich bis zum Herbst zurücktreten. Auch wenn ich dies sehr bedaure: das ist ein Gebot der persönlichen Integrität. Und daß mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, kann sich wohl jeder vorstellen, dem seit Kindesbeinen an ein Buchhändlerherz in der Brust schlägt.
Ihre Entscheidung ist wirtschaftlich nachvollziehbar. Aber sendet sie nicht auch das Signal aus: Der unabhängige Buchhandel ist tot – rette sich wer kann unter Dach von Filialisten?
Symbolcharakter geht von dieser Entscheidung meines Erachtens nach nicht aus. Es ist bekannt, daß die „Platzhirsche“ derzeit in akuter Gefahr stehen, nicht diejenigen Buchhandlungen, die bereits ihre Nische gefunden haben. Aber auch diese werden sich in Zukunft unter ein oder mehrere, im Idealfall genossenschaftliche Dächer flüchten müssen, denn die Expansion kennt nach unten keine natürlichen Grenzen.
Die Fragen stellte Ulrich Faure.