
Der Georg Büchner Buchladen in der Lauteschläger Straße 18 in Darmstadt wird ab 1. Juni auf einer Fläche von etwa 40 qm seines Ladens das Kernprogramm von Zweitausendeins anbieten [mehr…]. Anlass für DREI FRAGEN AN Zweitausendeins-Geschäftsführer Dr. Till Tolkemitt über dieses neue Shop-inShop-System. Die Fragen stellte Stefan Becht:
buchmarkt.de: Welche Produkte umfasst das Shop-in-Shop-System von Zweitausendeins (in Ihrer gestrigen Meldung als „Kernsortiment“ umschrieben), und wie stellen Sie die Abgrenzung zum regulären Sortiment einer Buchhandlung sicher?
Till Tolkemitt: Mit Kernsortiment meinen wir die ca. 1.000 Artikel aus unserem Gesamtangebot, die am wichtigsten sind, entweder aus verlegerischer Sicht oder weil unsere Kunden sie am stärksten nachfragen. Es werden alle Medien vertreten sein: Bücher aus dem eigenen Verlag und von Haffmans und Rogner & Bernhard, ausgewählte Buch-Restposten, CDs (Pop, Jazz, Klassik), CD-ROMs und natürlich auch Film-DVDs. Vielfach Dinge, die es nur bei uns gibt (oder nur bei uns so billig), womit auch schon die Abgrenzung zum restlichen Sortiment des Ladens beschrieben ist.
Mit anderen Medien als dem Buch tun sich die meisten Buchhändler ja ohnehin schwer, so dass diese dort im Moment gar nicht vertreten sind. Besonders Filme würden viele Buchhändler gerne mehr anbieten, trauen sich aber nicht. Mit Zweitausendeins kommt nun auch Filmkompetenz in den Laden. Unser Programm wird in der Georg Büchner Buchhandlung in einem eigenen Raum angeboten, der natürlich zweitausendeinsig gestaltet ist: schlicht und weiß.
Nach welchen Kritierien wählt Zweitausendeins eine Buchhandlung für sein Shop-in-Shop-System aus?
Die Kooperatioon in Darmstadt ist ein erster Versuch, ein Probierfeld. Wir haben langjährige Verbindungen mit den Büchner-Leuten, was die Zusammenarbeit sehr angenehm macht. Grundsätzlich suchen wir noch etwas größere Partner. Etwa die noch unabhängigen Platzhirsche in Universitätsstädten, in denen wir nicht vertreten sind, mindestens 400 qm Fläche. Der Shop-in-Shop sollte ca. 50 qm einnehmen können und natürlich nicht in der letzten Ecke oder im 6. Stock liegen. Es gibt bereits reges Interesse an unserem Kooperationsmodell, und auch einige mittelgroße bis große Filialisten haben sich gemeldet.
Ist das Shop-in-Shop-System nun der Beginn des Endes der bisherigen zwölf eigenständigen Zweitausendeins-Läden oder ist dort eher mit einer Erweiterung des bisherigen Angebots, beispielsweise durch den buchhandelsüblichen Bestellservice, zu rechnen?
Unsere eigenen Läden wollen wir in jedem Fall weiter betreiben. Für uns stellte sich aber die Frage: Wie können wir unseren hohen Bekanntheitsgrad besser ausnutzen und neue Kunden ansprechen?
Mit der Shop-in-Shop-Initiative bietet sich uns die Möglichkeit, schnell die weißen Flecken auf unserer Landkarte zu schließen. Gleichzeitig gibt es bei den unabhängigen Buchhändlern das Bedürfnis, sich von den Filialisten abzusetzen, wozu unsere Inhalte, die ja eher rechts und links des Weges liegen, beitragen können.
Bis auf weiteres bleibt das Angebot unserer eigenen Läden aber gleich. Wir prüfen regelmäßig, ob ein Bestellservice, wie ihn unsere Wettbewerber anbieten, in Frage kommt. Im Moment sehen wir das noch nicht. Bei uns geht es um Profil, Profil, Profil. Wir suchen gerade nicht die Vergleichbarkeit mit den großen Filialisten, Versand- und Internetbuchhändlern.







