Home > ARCHIV > Amazon bringt BookSurge in Position und beendet Ära des vergriffenen Buches / Google bettet Buchsuche auf Webseiten der Verlage ein und offeriert iGoogle / Mircosoft erweitert Buchsuche mit „in copyright“ Titeln

Amazon bringt BookSurge in Position und beendet Ära des vergriffenen Buches / Google bettet Buchsuche auf Webseiten der Verlage ein und offeriert iGoogle / Mircosoft erweitert Buchsuche mit „in copyright“ Titeln

Ganz gut was los, gerade mal, im Web. Eben erst hat Amazon die Website Digital Photography Review [mehr…] und den größten unabhängigen Hörbuch Verlag der USA, Brilliance Audio [mehr…] übernommen sowie das Geschäft mit herunterladbarer, DRM-freier Musik angekündigt, da verkündet die Amazon „Print-on-Demand“-Tochter BookSurge eine Vereinbarung mit den führenden amerikanischen Verlagen [mehr…].

Im Kern geht es darum, dass nicht mehr lieferbare, „out-of-print“ Titel der Verlage weiterhin im Angebot von Amazon präsent bleiben. Die Voraussetzung dafür ist allerdings: Die Verlage müssen einen Vertrag mit BookSurge abgeschlossen haben, um so den Nachdruck auf Abruf und die Lieferung des Titels innerhalb kürzester Zeit sicherzustellen. Mit von der Partie sind u.a: HaperCollins, John Wiley & Sons, McGraw-Hill, Pearson, Springer, Gale, Oxford University Press, Cambridge University Press, Princeton University Press, LexisNexis.

Grundsätzlich ist das natürlich eine famose Idee und das Ende des „vergriffenen“ Buches. Und natürlich wären die Verlage schön dumm, wenn sie da nicht mitmachten: Amazon hat den Traffic, die Aufmerksamkeit und die Käufer. Und verdient über den Nachdruck ebenso wie über den Verkauf. Ein Geschäftsmodell, wie es Jeff Bezos, der gerade in China weilt und seine Website Joyo.com in Joyo Amazon umtauft, behagen dürfte. Amazon ist seit 2004 an Joyo, der größten chinesischen Online Buchhandlung beteiligt.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Seit 1. Juni ermöglicht Google seinen Verlagspartnern, die Funktionen der Google Buchsuche direkt auf ihren Webseiten anzubieten. Die Ergebnisse der Volltextsuche in einem Buch führen dann allerdings wieder zur eigentlichen Website der Google Buchsuche zurück. Der Service ist kostenlos, und die Verlage können die Suche auf die Bücher beschränken, mit denen sie an Google Buchsuche teilnehmen. Interessant dürfte die Verlinkung zum hauseigenen Webshop sein.

Apropos Google: Wer ab und an die amerikanische Website von Google www.google.com anschaut, dem werden kleine Änderungen aufgefallen sein. Die Startseite hat oben einen feinen blauen Strich, darüber, oben links wird die differenzierte Suche nach Bildern, Videos usw. angeboten und unter „more“ viel mehr. Rechts oben geht es zu iGoogle, der persönlichen Such-Seite, auf der man sich dann seine Nachrichten, sein Wetter, seine Lesezeichen, seinen Tagesplan usw. zusammenstellen kann. All diese Daten laufen auf Google Servern.

All das soll laut Google-CEO Eric Schmidt, dabei helfen, dass Google seine Nutzer noch besser kennen will als bisher. Ein Böser, der hier Arges denkt! Ganz taufrisch ist das jedoch alles nicht. Die zweitgrößte Suchmaschine im Web, Yahoo bietet mit My Yahoo schon lange ein ganz ähnliches Angebot.

Während die aktuelle „WirtschaftsWoche“ uns mit ihrem Titelbild fragt „Kann Microsoft wieder sexy werden?“, hat das Unternehmen ankündigt, ab sofort auch Bücher, die noch dem Copyright unterliegen in sein Live Book Search Programm http://publisher.live.com aufzunehmen. Genaueres weiß man über das Buch-Programm von Microsoft noch nicht, außer dass es eine ominöse Liste von teilnehmenden Verlagen geben soll, die angeblich mit Academic Resources Corp. beginnt und mit der Yale University Press endet. Könnte gut sein, dass genau dies eines der größten Probleme vom Microsoft ist. Denn zum „sexy“ sein, finden wir, gehört schon ein bisschen mehr.
STEFAN BECHT stefan@stefanbecht.de

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