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Auslieferung des Kriminalromans „Infantizid“ per Einstweiliger Verfügung gestoppt

Auslieferung gestoppt: Infantizid

Das Erfurter Landgericht hat auf Antrag eines pensionierten Erfurter Arztes per Einstweiliger Verfügung die weitere Auslieferung des im Juli im Gmeiner-Verlag erschienen Kriminalromans „Infantizid“ von Matthias Hoffmann und Grit Bode-Hoffmann gestoppt. Der ehemalige Arzt sieht sein Persönlichkeitsrecht verletzt, da im Roman ein Arzt mit demselben Namen in einer Nebenhandlung auftaucht.

Der Verlag hat bereits Widerspruch wegen des ungerechtfertigten Eingriffs in die künstlerische Freiheit des Autorenduos gegen die Verfügung eingelegt. Die beiden Autoren haben eidesstattlich versichert, dass es zu dieser Namensgleichheit zufällig und ohne Absicht kam. Der Name des Arztes war zudem in keiner öffentlich zugänglichen Quelle recherchierbar; die Autoren konnten nicht wissen, dass es diesen Arzt überhaupt gibt, teilt der Gmeiner-Verlag mit.

Unabhängig vom Ausgang der noch anstehende Verhandlung lässt der Verlag bereits die zweite Auflage des Politthrillers mit einem geänderten Namen drucken. Als größeres Problem erwies sich dabei die Wahl des neuen Namens. Denn einen Namen zu „erfinden“, den es in der Realität garantiert nicht gibt, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Insofern bleibt es auch für jeden anderen Belletristik-Verlag spannend, wie dieser Fall ausgeht.

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