Bei Goldmann ist im Oktober die aktualisierte Ausgabe von Michael Jürgs´ Biografie Günter Grass erschienen. Die Originalausgabe aus dem Jahr 2001 entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Grass und seinem Biografen; der Autor erzählte seinerzeit nichts von seiner Waffen-SS-Vergangenheit. Der Verlag widersetzt sich seinen Versuchen, einen Satz der Biografie, der sich mit seiner freiwilligen Meldung zur Waffen-SS auseinandersetzt, verbieten zu lassen.
Grass legt Wert auf die Feststellung, sich nicht freiwillig gemeldet zu haben. Der Verlag stützt jedoch die Formulierung des Biografen, dass er sich entgegen seiner Behauptung auch zur Waffen-SS meldete. Jürgs verweist hierbei auf Zitate aus Grass´ autobiografischem Werk Beim Häuten der Zwiebel. Daraus ergibt sich, dass er sich keineswegs nur zur U-Bootwaffe freiwillig meldete, sondern sich nach Ablehnung der Meldung zur Marine ohne Bedenken erklärte „zu den Panzern“ zu gehen, genauer zu einer neu aufzustellenden Einheit, die mit Tiger-Panzern ausgerüstet werden sollte. Dabei nahm er in Kauf, dass es sich dabei auch um eine Panzer-Division der Waffen-SS handeln könnte. Gras hätte wissen können und müssen, dass 1944 insbesondere die Panzerdivisionen der Waffen-SS mit den neuesten Tiger-Panzern ausgerüstet werden. Er hätte seine Freiwilligenmeldung auf die U-Bootwaffe oder auf Einheiten der Wehrmacht beschränken können. Dies hat er nicht gemacht, also billigend in Kauf genommen, dass ihn seine Freiwilligenmeldung zur Waffen-SS bringt, so der Verlag heute in einer Pressemitteilung.







