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Weihnachtswünsche von Buchhändlern fürs kommende Jahr: Carsten Vogt und Viola Taube haben uns ihre aufgeschrieben

„Bald ist bekanntlich Weihnachten, da habe ich viele Bücherwünsche“, schreibt Fachbuchhändler Carsten Vogt aus Kempten. Die Bücherwünsche erfülle ihm allerdings eine Frau – oder er sich selbst. Beruflich aber möchte er zehn (Fachbuchhändler)Wünsche an die Verlage loswerden („Nein, keine besseren Konditionen. Obwohl, eigentlich auch…“):

1. Ich wünsche mir vernünftig aufbereitete Informationen von den Verlagen, d.h. eine Vorschau, in der vor- und nicht rückgeschaut wird. Und: Keine Informationsüberflutung: Monatsvorschau, Quartalsvorschau, Halbjahresvorschau, flankiert mit Newsletter per Mail, Top-Liste per Fax u.ä. Bitte: Konzentrieren Sie sich auf ein zielgerichtetes Medium.

2. Für Neuauflagen eines Titels immer (!) eine eigene ISBN vergeben.

3. Für Produkte (Bücher, Loseblattwerke, Software), die zwei verschiedene Preise haben (Apart-Preis/Fortsetzungspreis), auch jeweils eine eigene ISBN vergeben.

4. ISBN bei Loseblattwerken aufdrucken (macht kaum ein Verlag) und auf dem Titelblatt angeben.

5. Ein Blatt „Stand des Werkes“ mit Stand direkt hinter dem Titelblatt einlegen.

6. In der gelben Beilage des Börsenblattes (Preisänderungen / Ladenpreisaufhebungen/Rückrufe) auch den Autorennamen angeben.

7. Subskriptionspreise nicht „bis zum Erscheinen“ oder „3 Monate nach Erscheinen“, sondern „Subskriptionspreis bis … (Datum)“. Wann ist denn das Werk erschienen? Als es gedruckt wurde, ausgeliefert wurde, beim Buchhändler eintraf?

8. Ein Verlagssignet gehört auf den Einbandrücken in den unteren Bereich. (Negativbeispiel: neue Titel des Springer-Verlags).

9. Autorennamen in der Vorschau auch so angeben (auch in der gleichen Reihenfolge), wie sie hinterher auf dem Buch stehen. (Warum einigt man sich nicht mal auf eine alphabetische Reihenfolge?)

10 Titeldaten im VLB und in den Barsortimentskatalogen regelmäßig überprüfen und auch Schlagworte berichtigen und erweitern. (Listung vergriffener Titel im VLB kostet auch Geld, Titelgebühr und ggf. Meldung an den Buchhandel.)

—-

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Wünsche und Wunder, meint auch Buchhändlerin Viola Taube aus Nordhorn und hat ebenfalls ihre Wünsche für das kommende Jahr aufgeschrieben („Wofür sicherlich das eine oder andere Wunder nötig wäre“):

1. Ich wünsche mir, dass Menschen auch weiterhin Bücher lesen.

2. Ich wünsche mir, dass sie sich bei der Auswahl ihrer Lektüre auch weiterhin von ihren Buchhändlern beraten lassen und sich nicht allein auf Bestsellerlisten verlassen.

3. Ich wünsche mir, dass sich auch Buchhändler nicht allein auf eben jenen Listen „ausruhen“, sondern einen engagierten Blick in alle Richtungen werfen.

4. Ich wünsche mir mutige Verlage, denen es gelingt, Wirtschaftlichkeit und Entdeckergeist „unter einen Hut“ zu bringen.

5. Ich wünsche mir Verlage, die ihr Herz für den unabhängigen Buchhandel wieder entdecken und ihn nach besten Kräften unterstützen.

6. Ich wünsche mir, dass im Buchhandel „Klein“ und „Groß“ nebeneinander existieren können.

7. Ich wünsche mir Unverzagtheit, Optimismus und ein Quäntchen Glück für all meine Kolleginnen und Kollegen.

8. Und ich wünsche uns allen viele, viele gute Autorinnen und Autoren.

Und IHRE Wünsche?

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