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Berlin: Club-Verlegertagung in der Bertelsmann-Repräsentanz / Zum zweiten Mal in Folge schwarze Zahlen / Neue Edition für die junge Zielgruppe: „Die 50 besten Bücher für Kinder“

Der Club Bertelsmann hatte zur Verlegertagung geladen und alle, alle kamen. In der Bertelsmann Repräsentanz mit der noblen Adresse Unter den Linden1 konnte Fernando Carro, CEO der DirectGroup und Geschäftsführer des Clubs, gestern rund 20 Verleger aus nah und fern mit einer guten Nachricht begrüßen: Auch 2007 schrieb der Club bereits im zweiten Jahr in Folge schwarze Zahlen. Kooperationsgeschäfte nannte Carro als ein Erfolgsrezept, mit dem sich der Club in Richtung unbegrenzte Märkte bewege. Ziel sei es, so Carro, den Kunden weitere Angebote zu machen, etwa mit Reisen, Versicherungen, Lotto oder Telekommunikation. Damit werde schon heute mehr Geld verdient als mit dem eigentlichen Clubgeschäft. Als weiteren Grund für den Erfolg nannte Carro die Kontinuität in der Geschäftsführung.

Dirk Suda (Geschäftsleitung Marketing), Bernd Schröder (Geschäftsleitung Vertrieb) und Anita Offel-Grohmann (Geschäftsleitung Programm) gaben einen Überblick über das Club-Geschäft. Im Durchschnitt halten die drei Millionen Mitglieder dem Club 16 Jahre lang die Treue. Mitgliederwerbung erfolgt u.a. über Anzeigen und Beilagen, aber auch stationär in Promotionshops. Deutschlandweit stehen den Kunden 195 Clubfilialen und 79 Partnerfilialen zur Verfügung. Ein Aushängeschild ist die übersichtliche Website (www.derclub.de) mit Buchtrailern und Kundenrezensionen.

2007 waren 70 Prozent der verkauften Artikel Nonbooks, 30 Prozent Bücher. Beim Umsatz blieb die Belletristik dennoch die stärkste Säule. 65 Prozent des Umsatzes wurden mit dem Buchgeschäft gemacht, daran hatten die Belletristik Hardcover einen Anteil von 42 Prozent, das Kinder- und Jugendbuch von 14 Prozent.

In diesem Jahr begehen die Club Premieren ihr 15-jähriges Jubiläum, das mit einem „Paukenschlag“ gefeiert wird. Ende März erscheint exklusiv im Club [mehr…] Noah Gordons neuer Roman „Der Katalane“. Man rechnet immerhin mit einem Verkauf von einer halben Million Exemplaren des Buches, dessen Buchhandelsausgabe der Blessing Verlag für den August angekündigt hat. Zeitgleich zu dem Buch erscheint im Club auch das Hörbuch (Sprecher: Christian Brückner). Zudem ist eine Luxusausgabe geplant, die in einer Holzkiste, mit Seidentuch, Kellnermesser und einer Flasche katalanischen Rotweins angeboten wird.

Und da junge Familien eine wichtige Zielgruppe des Clubs sind, hat man für das Kinderlabel Columbus eine Idee aus Großbritannien importiert. Sabine Pauli stellte eine Sammlung der „50 besten Bücher für Kinder“ zusammen, die die jungen Leser von 0 bis 14 Jahren im Blick hat. Besonders stolz ist man auf Titel, die bisher noch nie in einer Edition vertreten waren. Eric Carles „Die kleine Raupe Nimmersatt“ ist ebenso dabei wie Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“, Paul Maars „Das Sams“ und Cornelia Funkes „Tintenherz“. Mit Gerhard Holtz-Baumerts „Alfons Zitterbacke“ und Ottokar Dommas „Der brave Schüler Ottokar“ sind auch Titel aus der DDR dabei. Alle Bücher sind in einem kostenlosen Booklet ausführlich beschrieben.

Für viel Gesprächsstoff sorgte am Nachmittag eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Journalisten und einem Vertreter der Agentur Jung von Matt, bei der es um die Frage ging, wie man einen Mega-Seller macht und wie Medien den Buchumsatz beflügeln. Der Konsument sei durch eine intelligente, anspruchsvolle Werbung zu erreichen, so Thomas Zervos (Jung von Matt), der der Branche riet ihr Potenzial als Marke besser auszuschöpfen. Ein Buch müsse so beworben werden wie jedes andere Produkt. Wolfgang Herles (ZDF, aspekte), der die Talkrunde moderierte, gab zu, dass der Anruf eines Verlegers oder Pressesprechers durchaus die Aufmerksamkeit der Journalisten für ein Buch erhöhen könnte. „Je seltener man zu diesem Mittel greift, desto wirkungsvoller“, gab Ijoma Mangold (Süddeutsche Zeitung) zu bedenken.

Die Verlegerinnen und Verleger nutzen die Pausen zwischen den Programmpunkten zu einem regen Meinungsaustausch, der auch nach dem gemeinsamen Besuch der Staatsoper unter den Linden, wo Verdis „Un ballo di Maschera“ für Begeisterungs sorgte, noch lange an der Bar der Bertelsmann-Repräsentanz fortgesetzt wurde.
Alles stimmte, die Themen, die Atmosphäre, bis hin zur Tischdekoration:. In den Vasen standen Tulpen in Rot und Weiß, den Club-Farben. Die Teilnehmer hatten denn auch viel Lob für Fernando Carro und sein Team. „Man hat heute einen neuen Blick auf den Club bekommen“, zog einer der Gäste Bilanz.

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