
„Mit dem Einstieg von Vanessa Remy als Programmleiterin und Verantwortliche für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit am 1. Februar [mehr…] wurde der Textor Verlag zum Leben erweckt“, antwortet Geschäftsführer Wolfgang Klotz auf die Frage nach der Verlagsgründung. Hauptziel des Verlages mit Sitz in Frankfurt-Oberrad, Offenbacher Landstraße 368, ist es, vergriffene Literatur aus und über Mittel- und Osteuropa über das Internet wieder zugänglich zu machen. Gegenwärtig sitzen Wolfgang Klotz und Vanessa Remy (sie war vorher als Assistentin der Verlagsleitung beim Suhrkamp Verlag beschäftigt) am ersten Programm, das im April vorliegen soll.

Die E-Books, die unter dem Textor Verlagslogo, das an ein kyrillisches T erinnert, angeboten werden, kommen aus vielen Bereichen. Ein Schwerpunkt sind Judaica. Die Titelauswahl richtet sich nach sprachlichen und thematischen Kriterien. Wolfgang Klotz: „Ich stelle mir immer die Frage: Welches Buch, das in einem bestimmten Jahr erschien, hätte wohl den Pulitzer-Preis bekommen?“
Mangel an Vorhandenem ist nicht das Problem, eher ist es die Qual der Wahl. Der Verlag stellt außerdem hohe technische Ansprüche: Digitalisierung bedeutet Lesbarkeit. Auf optische Qualität wird Wert gelegt. „Wir machen keine Foto-Reprints, sondern – ausgehend vom Begriff Faksimila – Digisimila“, formuliert der Geschäftsführer.
Zunächst will der Textor Verlag E-Books auf Deutsch, Englisch und Französisch anbieten, weitere Sprachen sind angedacht. Eine Aufgabe von Vanessa Remy ist es außerdem, die Lektorate zusammen zu führen. Halbjährlich soll ein Programm mit zehn bis fünfzehn Titeln erarbeitet werden. Auf der Buchmesse in Leipzig wird ein Flyer auf den Textor Verlag hinweisen, ein größerer Auftritt ist dann auf der Frankfurter Buchmesse vorgesehen.
Wichtig für das Verständnis von Zusammenhängen ist das Umfeld des neuen Verlages. Da ist zunächst die 1998 von Wolfgang Klotz und Aurelian Urzica gegründete technische Plattform Questa.Soft Gesellschaft für Software-Entwicklung. Hier bündelt sich das technische Know How, um eine virtuelle Bibliothek zu schaffen. Im gleichen Jahr entstand die Central and Eastern European Online Library (C.E.E.O.L.), die mittlerweile 59.000 Zeitschriften-Titel in 23 Sprachen anbietet, Beziehungen zu etwa 250 Instituten und Verlagen pflegt und auf eine umfangreiche Datenbank von Interessenten zurückgreifen kann.
Erwähnt werden muss außerdem die Plattform DiBiDo, ein Vertriebs-Tool für Bücher zurzeit aus etwa 200 Verlagen, die häufig bereits mit ihren Zeitschriften bei C.E.E.O.L. vertreten sind. www.dibido.eu ist seit Januar 2008 online, hier wird auch der Textor Verlag seine Bücher vertreiben.
Viel Arbeit liegt noch vor dem Verlag, Bücher („darunter manche Preziose“ – verrät Wolfgang Klotz) müssen mit einem Hochleistungsgerät eingescannt, korrigiert und bearbeitet werden. Das Endformat sind PDFs. So viel als möglich soll vom Original, das als Zeitzeuge verstanden wird, erhalten bleiben. So entstehen hochwertige E-Books von Fachleuten für Fachleute. Und Bibliophile.
Die Verlagshomepage www.textorverlag.de wird in den nächsten Tagen freigeschaltet.
JF







