Liebhaber historischer Romane wollen nicht nur Frauengeschichten aus dem Mittelalter lesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Leserbefragung des Autorenkreises Historischer Roman „Quo Vadis“, dem nahezu einhundert deutschsprachige Autoren angehören. Gefragt sind demnach vor allem spannende Unterhaltung und solide Informationen über die Zeit, in der ein Roman spielt. Die Auswertung offenbarte ebenfalls, dass Leserinnen und Leser keine spezielle Epoche bevorzugen und auch dem Geschlecht der Hauptperson nur geringe Bedeutung beimessen.
Auf einer Skala von 1 für „unwichtig“ bis 5 für „sehr wichtig“ bewerteten 186 Leserinnen und Leser rund zwanzig Eigenschaften – von der Umschlaggestaltung über Informationen zur Zeitepoche bis hin zu Fragen des Stils und der psychologischen Entwicklung der Figuren. „Spannende Unterhaltung“ führt mit 4,5 Punkten die Rangliste an, dicht gefolgt von „Lesbarkeit und Schreibstil“ mit 4,4 Punkten.
Doch die Leser wollen mehr als nur gute Unterhaltung: „Informationen zur Epoche“ werden ebenfalls mit 4 Punkten bewertet, und mit 3,7 Punkten messen sie einer Ausstattung mit Karten, Zeittafel und Glossar erhebliche Bedeutung zu. Unter allen abgefragten Kriterien hat hingegen das „Geschlecht der Hauptperson“ mit nur 1,8 Punkten die geringste Bedeutung, auch der Wunsch nach einer speziellen Zeitepoche liegt mit nur 2,7 Punkten unter dem Durchschnitt. Eine diesbezügliche Zusatzfrage ergab ein gleichmäßig verteiltes Interessenspektrum von der Antike bis zum 19. Jahrhundert.
Frank Stefan Becker, einer der Sprecher von Quo Vadis und Initiator der Umfrage, erklärte dazu: „Bei den Kaufgründen führt zwar der Wunsch nach guter Unterhaltung, zugleich ist aber das Geschichtsinteresse ausgeprägt. Unsere Leserinnen und Leser wollen etwas über die Vergangenheit erfahren.“ Besonders bedeutsam sei, so Becker, dass diese Ergebnisse eindeutig dem tradierten Romanklischee „Frau im Mittelalter“ widersprächen. „Spannende, gut recherchierte Geschichten aus verschiedenen Epochen sind gefragt. Hier sind wir als Quo Vadis auch auf die Bewerbungen für den diesjährigen Sir Walter Scott-Preis gespannt, die noch bis zum 30. März möglich sind.“







