Zum dritten Mal präsentiert die KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio ihre Auslese der Auslese: die zehn besten Krimis des Jahres 2007.
Und zwar dort, wo die KrimiWelt-Bestenliste im März 2005 das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat – auf der Leipziger Buchmesse.
Heute wurde diese Liste der zehn besten Krimis am Stand von ARTE erstmals vorgestellt. Dr. Lore Kleinert von Radio Bremen moderierte das Gespräch mit Andrea Maria Schenkel und John Harvey, zwei der zehn ausgezeichneten Autoren.
Hier die KrimiWelt-Bestenliste 2007:
1. James Sallis: Driver. Liebeskind
Phoenix /Los Angeles: Driver ist Stuntman, immer beobachtend, immer in Bewegung. Bei Raubüberfällen fährt er, sonst nichts. Bis Amateure dazwischenfunken. Da nimmt Driver den aufgezwungenen Kampf an. Minimalistisch gehämmerter Abgesang auf den amerikanischen Helden, den Mann der Tat. Große Entdeckung.
2. Matti Rönkä: Der Grenzgänger. Grafit
Helsinki/Tallinn/Sortavala: Viktor Kärppä ist Karelier, Russe in Finnland. Sein Beruf: Grenzgänger – zwischen den Nachbarländern, zwischen Gesetz und Geschäft, zwischen Familienpflicht und Freundschaftsdienst. Frische Luft aus Finnland: Privatdetektiv in zeitgenössisch internationalem Schlamassel.
3. Fred Vargas: Die dritte Jungfrau. Aufbau
Paris/Normandie: Alles scheint zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt gespaltene Persönlichkeiten. Realität oder Magie – was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier, eine Katze als Kugel – daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten Roman gesponnen. Bravourös.
4. Peter Temple: Kalter August. C. Bertelsmann
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Beurlaubt vom Morddezernat, schiebt er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ekle Vergangenheit, Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.
5. Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck. Piper
Stuttgart/Mauritius/Hawaii/Athen: Spezialermittlerin Lilli Steinbeck und der ultrafette, Kugeln abweisende Detektiv Kallimachos taumeln durchs große Spiel der Gangster/Götter. Entführer und Entführte, Schnell und Langsam, Schein und Mythos – darum geht es Steinfest dieses Mal, oder auch um die tolle weltweite Jagd.
6. Astrid Paprotta: Feuertod. Piper
Frankfurt am Main: Es ist die Geschichte vom Phönix, der aus der Asche neu ersteht, meisterhaft erzählt. Nichts geht zusammen. In jedem Satz knirscht der Zweifel, tastet das Mißtrauen, schwelt die Angst vor dem Feuer. Arme Leute müssen brennen, eine reiche Liberale brennt zuerst. Noch nie war die Paprotta so gut.
7. Massimo Carlotto: Arrivederci amore. ciao. Tropen
Mittelamerika, Norditalien: „Man bräuchte ein reines Herz, dass man in diesem Schlamm den klaren Himmel sehen könnte“. Als dieser Schlager erklingt, hat es Giogio Pellegrini geschafft. Der Ex-Terrorist ist rehabilitiert und dort angekommen, wohin man nur mit Mord, Verrat und Frauenhass gelangt: im italienischen Mittelstand.
8. John Harvey: Schrei nicht so laut. dtv
Nottingham/Huddersfield/Whitby: Susan Blacklock verschwand vor 14 Jahren. Das lässt Ex-Inspektor Frank Elder keine Ruhe. Als ein Mittäter von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Realitätsnah fein, subtil sozialkritisch gegen Genre-Erwartungen erzählt.
9. Ian Rankin: Im Namen der Toten. Manhattan
Edinburgh/Gleneagles: Die Herren der Welt dinieren und parlieren. G8-Gipfel 2005: Rebus’ Stadt im Belagerungszustand. Zwei Politiker sterben, drei Vergewaltiger auch. Anständige Polizeiarbeit ist unmöglich. Rebus in Hochform: Im Kampf gegen Unterwelt und Oberwelt.
10. Andrea Maria Schenkel: Kalteis Edition Nautilus
München 1931-1939: Josef Kalteis fährt Rad, schaut ins Land und nach den Weibern. Schenkel erzählt von den fünf jungen Frauen, die er umbrachte, von ihren Träumen und Hoffnungen, von Mord und Zerstückelung. „Kalteis“ folgt auf „Tannöd“: ebenso gut, genau, erschütternd.







