
Dr. Rüdiger Salat wird heute 50 Jahre alt.
Hanser-Verleger Michael Krüger hat für die März-Ausgabe von BuchMarkt ein umwerfendes PROFIL über ihn geschrieben, das wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:
Ein Gerücht geht um in Europa: Der Herr Salat wird 50. „So what?“ wird die Mehrheit der leidenden Bevölkerung sagen, lasst ihn doch in Ruhe mit seiner Familie, seinen Frauen oder Freundinnen oder wem auch immer in einer rauchfreien Zone Geburtstag feiern. 50 ist doch kein Alter. Aber eine qualifizierte Minderheit ist da ganz anderer Ansicht. Und als mich Stefan von Holtzbrinck – der ja auch nicht gerade klein geraten ist, auf jeden Fall muss er zu Rüdiger nicht aufblicken – bat, ein paar Blumen „für den Langen“ zu binden, habe ich (demnächst 65, bitte nicht vergessen!) schnell reagiert: Man soll die jungen Leute feiern, bevor sie in Rente gehen.
Rüdiger Salat ist mit seinen mehr als zwei Metern neben Thomas Kniffler mit Abstand der überragendste Mann in unserer Branche. Betritt er einen Raum, wird es augenblicklich dunkel, weil er jeden Scheinwerfer mühelos verdeckt. Erst wenn er sitzt – und er ist keineswegs ein Sitzriese, seine Beine sind es, die unseren Neid hervorrufen –, sieht er aus wie wir alle. Sitzt er zum Beispiel in seinem offenen Porsche Cabrio, fällt er eigentlich überhaupt nicht auf, es fährt ja heute fast jeder Porsche, wenn man Herrn Wiedeking glauben kann. Während wir also in Herrn Mehdorns Zu-spät-Express sitzen und darüber nachdenken, was wir falsch gemacht haben, rast der junge Herr Salat auf der Überholspur an uns vorbei, als sei das Büchermachen nur eine Frage des Hubraums.
War er nicht eben noch als VW-Fahrer kaufmännischer Geschäftsführer bei dtv und musste sich unsere albernen Überlegungen zur Steigerung der Rendite anhören? Solche kleinlichen Fragen muss er sich nicht mehr gefallen lassen, seit er der Geschäftsführer für die Buchverlage in Deutschland der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist. Dort braucht es offenbar Riesen, um mit der rasanten Geschäftsentwicklung Schritt zu halten. Guckt der Herr Salat also von oben auf seine Imperien hinab, auf Fischer und Scherz und Wunderlich und Krüger und Rowohlt und Droemer und alle Taschenbuchverlage, dann müsste er sich eigentlich selber gratulieren. Alles bestens, alles bestellt. Ich weiß gar nicht, was er noch tun muss, eigentlich hat er doch alles geschafft. Denkt er über weitere Akquisitionen nach? Ist er deshalb so freundlich zu mir? Er ist die Höflichkeit in Person, immer guter Laune, durch nichts und niemand aus der Ruhe zu bringen. Manchmal stelle ich mir vor, wie es aussähe, würde er wütend werden. Aber wahrscheinlich wird er nie wütend. Er ist ausgeglichen, zuvorkommend, weiß viel von seinem Geschäft, und vor allem lacht er gern, sogar dann, wenn ich bereits mein Gesicht in Falten gelegt habe. Er ist eine Art Christopherus, der mühelos die tiefsten Flüsse durchqueren kann, und wenn man das Glück hat, dann auf seinen Schultern zu sitzen, kommt man trocken ans andere Ufer.
Er wird nun 50, und da er bisher immer Glück gehabt hat, stehen ihm die schweren Zeiten noch bevor. Dass er diese dann genauso fröhlich meistert wie die guten, das wünscht ihm von Herzen sein immer kleiner werdender, immer besorgter in die Zukunft unserer Branche blickender
Michael Krüger
Kontakt: Ruediger.Salat@holtzbrinck.com
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