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Litera Linz: Start mit Stolpern / Aber Termin für 2009 steht schon fest

Über kaum eine Buchmesse ist bereits vor dem Start soviel geunkt worden wie über die „Litera“ in Linz, die kommende Woche in Linz Premiere feiern soll. 230 Aussteller, 150 Autoren und schätzungsweise 25.000 Besucher werden von 23. bis 27. April im Design Center erwartet. Im Vorfeld gab es jedoch bereits Spekulationen über mögliche finanzielle Engpässe des Veranstalters, der Linzer Kongressgesellschaft. Die Kulturabteilung sieht „große finanzielle Unsicherheiten“, ein ursprünglich mit 10.000 Euro dotierter Preis wird nun doch nicht vergeben.

Der im österreichischen Branchengeschehen immer gut informierte „Standard“ schreibt: „Bei dem ersten Förderansuchen über 30.000 Euro für das die Messe begleitende Literaturfestival seien ‚nicht einmal die Grundvoraussetzungen für eine Prüfung’ erfüllt gewesen, hieß es vor wenigen Wochen bei der Kulturdirektion des Landes Oberösterreich. Es gebe ‚weder Bauplan noch Konzept’. Zu viele Stellflächen seien an deutsche Verlage verschenkt und die heimischen zu wenig berücksichtigt worden. Heute, Freitag, erklärte die Abteilung, dass sich die Situation nicht wesentlich verändert habe.“

Berthold Greif, Präsident der Litera und des Festivals, will das nötige Geld aber mit Ausstellern und Besuchern hereinbekommen, wie er bereits im März den „Oberösterreichischen Nachrichten“ sagte. Aber: „Es kann passieren, dass ich die Autoren jetzt fragen muss, ob sie auch um die Hälfte des vereinbarten Honorars lesen werden.“ [mehr…] Eingespart wurde einer der ursprünglich geplanten sieben – mit insgesamt 50.000 Euro dotierten – „LITERAturpreise“. Die Sonderauszeichnung „Das freie Wort in der Presse“ (10.000 Euro) entfalle ebenfalls, hier sei „keine Einigung erzielt“ worden, schreibt der „Standard“. Möglicherweise wird auch der Lyrik-Preis nicht verliehen werden – entfallene Preise hätten allerdings nichts mit dem Budget zu tun, sagte Greif.

„Wir hatten eine große Vision, konnten sie aber nicht verwirklichen“, begründet er den Wegfall der Presse-Auszeichnung. Bei der Lyrik habe die Jury Zweifel geäußert, ob die Werke aus der Vorauswahl tatsächlich tauglich seien. Spätestens am Wochenende sollen die Juroren entscheiden, ob der Preis vergeben wird oder nicht. Man wolle die Auszeichnung nicht verschleudern, „damit würde man ihr das Ansehen nehmen“, befürchtet Greif.

Nicht nur kritische Pressestimmen machten den Organisatoren im Vorfeld das Leben schwer, auch das Interesse an Kooperationen mit der Litera hält sich in Grenzen: Die Europäische Kulturhauptstadt Linz09 plane keine Zusammenarbeit, so der stellvertretende Intendant Ulrich Fuchs. Auch der Tourismusverband Linz hat auf ursprünglich geplante Verkaufsförderungsaktionen für die Litera verzichtet. Linz sei in dieser Woche ohnehin ausgebucht, erklärte Tourismusdirektor Georg Steiner. Dafür dürfte aber eher das internationale Filmfestival „Crossing Europe“ verantwortlich sein. Dennoch haben die Veranstalter sogar schon einen Termin für nächstes Jahr: 2009 soll die Litera von 22. bis 26. April stattfinden.

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