
Diese Worte von Dr. Gottfried Honnefelder fielen im Verlegergespräch [mehr…] mit Holger Ehling am heutigen Abend im Literaturhaus in Frankfurt am Main. Das Gespräch beleuchtete allerdings nicht nur Gottfried Honnefelders Arbeit als Geschäftsführer der 2007 gegründeten Berlin University Press, sondern spannte den Bogen von seinen 23 Suhrkamp-Jahren über seine Arbeit als Geschäftsführer und Gesellschafter bei DuMont in Köln bis hin zu seiner Tätigkeit als Vorsteher des Börsenvereins.
Honnefelder, der drei Büros hat, bevorzugt das Nachdenken im Auto: Hier, so sagt er, kann er bei ruhiger Fahrt und allein die besten Entscheidungen treffen. Er unterstreicht auch, wie wichtig ihm die Familie ist: „Ich habe mich nicht über meine Tätigkeit bei Suhrkamp definiert“, sagt er.
Als Verleger bekennt er: „Nach 35 Jahren im Geschäft weiß ich, wie’s geht. Der Verlag – der Name ist übrigens ein Werbetrick – besteht nur aus mir. Allerdings gibt es im Umfeld sehr viele Menschen, die mitwirken, so zum Beispiel zwei Lektoren, sieben Vertreter, eine Presse-Verantwortliche und eine Teilzeit-Sekretärin. Outsourcing heißt meine Lösung.“
Mit dem Namen knüpft er an angelsächsische Gewohnheiten an. Doch Berlin University Press ist – wie hinlänglich erwiesen – keinesfalls ein Universitäts-Dissertations-Verlag. Dennoch rechnet sich Honnefelder mit dem Namen größere Chancen im Ausland aus.
Das zweite Programm liegt vor, geplant sind halbjährlich 12 Titel. Für das Herbstprogramm kündigt Honnefelder eine 10-bändige Werner Spies-Ausgabe an sowie den Themenschwerpunkt „Sind Religionen gefährlich?“.
Als Vorsteher des Börsenvereins betonte Honnefelder einmal mehr die Bedeutung der Preisbindung im deutschen Buchhandel. Dennoch werde sich der Konzentrationsprozess in der Buchbranche vor allem auf Seiten des Handels fortsetzen, der Kampf um den Markt werde dynamischer.
Als einen Erfolg des Börsenvereins wertete er die Einrichtung des Deutschen Buchpreises, der seit 2005 verliehen wird. Er hat nicht nur gravierende ökonomische Folgen, sondern auch eine erhebliche Außenwirkung, die beim Ungleichgewicht von Übersetzungen vom Deutschen in andere Sprachen eine erhebliche Rolle spiele: „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck, so ergänzte Holger Ehling, sei mittlerweile in 29 Sprachen übersetzt worden.
JF







