
Hans-Christoph Buch hatte gestern Abend in der Romanfabrik wahrlich ein starkes Gegenprogramm: Liefen doch gleichzeitig die EM-Qualifikationen für das Viertelfinale. Verleger Joachim Unseld stellte seinen Autor vor und führte in den 2007 in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienenen Roman „Tod in Habana“ ein, der sich mit der gesellschaftlichen Situation in Kuba auseinander setzt. Ähnlichkeiten mit Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ sind nicht rein zufällig, sondern gewollt: Das beginnt schon mit dem Namen der Protagonisten. Während bei Mann Gustav Aschenbach auf Reisen geht, schaut sich bei Buch Gustav von Achenbach in Kuba um. Weitere Parallelen lassen sich finden.
Buch, der selbst als Gastdozent in Havanna tätig war, beschreibt die Erlebnisse seines Helden in einer maroden, von 50 Jahren Sozialismus geprägten Gesellschaft. Aus dem Publikum befragt, ob dieser Roman eine Abrechnung mit Kuba sei, antwortet Buch: „Ich liebe Kuba, aber nicht die Herrschaft Fidel Castros und die Auswirkungen seiner Diktatur auf das kubanische Volk.“
JF