
Gestern Abend begrüßte die Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main, Sylvia Asmus, die Autorin Kirsten Jüngling, die ihre Nelly Mann-Biografie „Ich bin doch nicht nur schlecht“, erschienen bei Propyläen, vorstellte. Kirsten Jüngling legte bereits 2003 zusammen mit Brigitte Roßbeck eine Biografie über Katia Mann vor.
Drei Jahre benötigte Jüngling für ihr neuestes Buch, allein ein Jahr für die umfangreiche Recherche, die sie in viele Archive führte. Die überraschendste Entdeckung machte sie wohl im Feuchtwanger-Archiv in den USA, hier fand sie vier Kartons mit unsortierten Unterlagen, die Heinrich Mann einst Martha Feuchtwanger übergeben hatte.
Die Biografie schildert eine oft verzweifelte, in Alkohol- und Medikamentensucht flüchtende Frau, die den intellektuellen Exilkreisen nichts entgegensetzen konnte außer ihrer Natürlichkeit. Für den fast 30 Jahre älteren Heinrich Mann, der Emmy Johanna Westphal, adoptierte Kröger, 1929 in Berlin kennen lernte und sie zehn Jahre später im französischen Exil heiratete, war Nelly allerdings ein Glücksfall, wie er selbst schreibt.
Nelly Mann hielt den schwierigen Zeiten nicht stand. 1944 schied sie 46-jährig freiwillig aus dem Leben.
JF