
In allen Feuilletons natürlich DAS Thema: Bayreuth und Salzburg. Aber auch die Literatur kommt (fast) nicht zu kurz.
Frankfurter Rundschau
„Der Fall ist nicht abzuschließen: Wolfgang Hilbigs gesammelte Gedichte“, (S. Fischer) findet heute Jürger Verdofsky: „Selten spürt man das Ungenügen als Rezensent so deutlich wie bei diesen Gedichten. Mit einer Besprechung ist es nicht getan. Wolfgang Hilbig ist noch nicht ausgelesen, der Fall nicht abzuschließen, um das mindeste zu sagen.“
Wer kennt nicht Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“? Jetzt gibt es gewissermaßen das Buch dazu: Gewohnheitsverbrecher Jack Black (1868-1933) erzählt in seinem Buch „Der große Ausbruch aus Folsom Prison“ vom Knastalltag. Killroy media hat das Buch jetzt auf Deutsch herausgebracht, Jamal Tuschik hat es sich angesehen. Und Petra Pluwatsch hat den neuen Grisham gelesen, der diese Woche bei Heyne erscheint: „Sein neues Buch ‚Berufung’ ist ein bitterer Abgesang auf die Unabhängigkeit des US-Justizwesens.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Martin Halter rezensiert „Widerstand“ von Joe Stretch (Rowohlt). So recht begeistert ist er nicht, denn Stretch versuche, den Houllebecq zu geben, übertreibt es aber: „Selbst die Erzählkonstruktion ist geklaut…“
Einen „fulminanten Auftakt“ dagegen hat Stroemfeld mit Georg K. Glasers „Schluckebier und andere arbeiten aus den Jahren 1931-1936“ hingelegt – nämlich zu einer Werkausgabe dieses Autors. Thomas Meissner rezensiert.
Annotationen
Christoph Graebel, Claudius Nießen „Turboprop“ (Connewitzer Verlagsbuchhandlung) und Richard Milward„Apples“ (Blumenbar). Und Franziska Seng beschäftigt sich noch einmal mit Brecht und die Schulfeier an der Maria Theresia Schule [mehr…].
Marbach hat den Nachlass von Undine Gruenter (1952-2002) erhalten, und Klaus-Dieter Lehmann protestiert gegen den beabsichtigten Verkauf des Stadthauses von Stein in Weimar an einen spanischen Investor. [mehr…]
Sachbücher
Ryszard Kapuscinskis Vorlesungen, die er am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen gehalten hat, sind jetzt bei Suhrkamp als Buch erschienen – Christian Geyer hat sie sich angesehen. Hans-Joachim Föller rezensiert den ersten Biographie-Versuch zu Günther Anders „Zugänge“, herausgegeben von Raimund Bahr in der Edition Art & Science.
„Ralf Daab hat den passenden Namen, die Buchstabenfolge beschreibt perfekt das Programm seines Verlages: design art and architecture books“, so Helmut Bünder in seinem ausführlichen Portrait über den Kölner Verleger Ralf Daab und seinen daab Verlag. „Solche Zufälle muss man nutzen“, so der FAZ-Autor weiter, „und so entstand aus dem Verlegernamen auch der Markenname „daab“. Der junge Kölner Verlag hat sich in wenigen Jahren in seinem Segment fest etabliert.“
Süddeutsche Zeitung
„Ein Skandal bahnt sich in Weimar an: Die Stadt verkauft das Haus der Frau von Stein, in der das Goethe-Institut seinen Sitz hat, an einen spanischen Investor“ hatten wir am Freitag geschrieben, heute lesen wir in FAZ auch den Protest vom Goethe-Instituts-Präsidenten Lehmann, aber so einfach ist das alles nicht: sagt die Stadt Weimar. Sie habe nämlich keine Mittel, das Haus zu sanieren: „Wir können es doch nicht verfallen lassen“, so die Sprecherin der Stadt Gabriele Drews.
Meryl Streep will in Berlin Theater spielen. Und was? Natürlich Brecht. die „Courage“ am BE. Eine BE-Sprecherin hat schon mal verlauten lassen, dass Sreep hervorragende Brecht-Kenntnisse habe. Na also.
Jens Hacke rezensiert Joachim Fischers „Philosophische Anthropologie. Eine Denkrichtung des 20. Jahrhunderts“ (Verlag Karl Alber), Fritz Göttler besprich „Imaging Paradise. The Richard and Ronay Menschel Library an George Eastman House, Rochester“ (Steidl). Christoph Bartmann hat sich Mariusz Szczygiels Reportagen „Gottland“ (Suhrkamp) angesehen – neue Streiflichter auf den „Prager Frühling“, und Y. Michal Bodemann bespricht Hannah Arendts „Jüdische Schriften“ (Schocken Books) unter dem Titel „The Jewish Writings“.