Der mehr als 15 Monate andauernde Tarifkonflikt im hessischen Einzel- und Ver-sandhandel konnte durch einen Tarifabschluss am heutigen Tag beendet werden, meldet ver.di in einer Pressemitteilung.
Demnach konnte für die ca. 150.000 Beschäftigten der Branche der Flächentarifvertrag gesichert werden. Die Beschäftigten erhalten mit Wirkung zum 01.04.2008 eine Ge-haltsanhebung von 3 Prozent.
Die bisherigen Zuschlagsregelungen für Spätöffnungsarbeit an den Tagen Montag bis Freitag bleiben unverändert erhalten. Samstags gibt es zukünftig erst ab 18:30 Uhr Spätöffnungszuschläge. Mit diesem Tarifergebnis konnte ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss gefunden werden, nachdem bereits durch „Pilotabschluss“ in Baden-Württemberg und die Abschlüs-se in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hamburg inhaltsgleich vereinbart wurden. Die wichtigsten Eckpunkte des Tarifergebnisses:
> Einmalzahlung von 400,00 Euro für die Zeit von April 2007 bis März 2008.
> Teilzeitbeschäftigte erhalten eine anteilige Zahlung entsprechend ihrer tatsächlichen Arbeitszeit; Auszubildende erhalten 150,00 Euro.
> Ab 01. April 2008 werden die Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütun-gen um 3 Prozent erhöht; Laufzeit des Entgelttarifvertrages bis 31.03.2009.
> Die Zuschläge für Spätarbeit von Montag bis Freitag zwischen 18:30 und 20:00 Uhr in Höhe von 20 Prozent bleiben unverändert. Ab 01.07.2008 gibt es an Samstagen Spätöffnungszuschläge nur noch für Arbeit zwischen 18:30 und 20:00 Uhr.
> Die Nachtarbeitszuschläge zwischen 19:30 und 06:00 Uhr in Höhe von 55 Prozent bleiben ebenfalls unverändert.
> Alle Beschäftigten in Verkaufsstellen haben ab 2009 Anspruch auf eine jährliche Leistung von 150,00 Euro – wahlweise als Arbeitgeberbeitrag zur tariflichen Altersvorsorge oder als Warengutschein.
> Der Manteltarifvertrag und der Tarifvertrag über Sonderzahlung (Urlaubs-geld und Sonderzuwendung) werden rückwirkend ab 01.01.2007 wieder in Kraft gesetzt und sind bis 31.12.2010 gesichert.
„Mit diesem Tarifkompromiss ist es nochmals gelungen“, so Bernhard Schiederig, ver.di-Verhandlungsführer, „den Flächentarifvertrag im Einzel- und Versandhandel zu erhalten“.