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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – mit einem Rückblick auf die Buchmesse

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Die Welt

Außer einer Seitenspalte über die Verleihung des Friedenspreises an Anselm Kiefer und einer Kurzmeldung über die Besucherzahlen auf der Frankfurter Buchmesse [mehr…], sind in der WELT keine Rezensionen zu finden.

Berichtet wird über das „Festival der deutschen Sprache“. Ds hat Sopranistin Edda Moser in Bad Lauchstädter Goethetheater organisiert. Sie kämpft damit gegen die „Verschleuderung“ des Deutschen. Das Festival kam offenbar gut an.

Das Fernsehen hatte gestern doch wieder den Mut eine Kulturgala auszustrahlen, dabei gab es erneut moderate Kritik. BErichtet wird über den Echo Klassik Preis. Für sein Lebenswerk wurde José Carreras geehrt, weitere Preise erhielten Cecilia Bartoli, Philippe Jaroussky, Nigel Kennedy und Dvid Garrett sowie Anette Dasch. Sonderpreise um die Verbreitung klassischer Musik erhielten das Münchener kaufhaus Ludwig Beck, der Musikverlag Hänssler Classic, der zur Stiftung Christliche Medien gehört und der Kritiker Joachim Kaiser. Was die Welt nicht schreibt, ist, dass Kaiser zwar ausdrücklich den Preis nicht nicht annehmen wollte, wie er in seinem Dank betonte, (die Anspielung war klar) dann aber doch deutliche Worte gegen die Häppchen- und Eventkultur im Fernsehen äußerte, die auch als Kritik gegen die Gala verstanden werden konnte.

Süddeutsche Zeitung

Die Süddeutsche arbeitet heute noch mal die Verleihung des Friedenspreises an Anselm Kiefer nach und berichtet von der Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche. Abgedruckt wird die Dankesrede von Kiefer. Beeindruckend literarisch stellt er Überlegungen darüber an, wie ein Kunstwerk entsteht. Ebenfalls nun im Druck auch die Laudatio von Werner Spies.

„Es ging nicht anders“: Enzo Traverso habe in seinem Buch Im Bann der Gewalt (Siedler) dem Antifaschismus ein Denkmal gesetzt, auch wenn heute das Bündnis zwischen Antifaschismus und Kommunismus zerbrochen sei, meint Tim B. Müller.

Unter „Das Leise und das Laute“ berichtet Ijoma Mangold über seinen Spaziergang mit Feridun Zaimoglu durch den türkischen Pavillion auf der Buchmesse.

„Das Herz hüpft wie ein Eichhörnchen in einem Rad“, Kai Wiegand nimmt in den Titel der Rezension, was man als vielleicht schönste Redensart aus dem Buch von Boris Saidmann Hemmingway und die toten Vögel (Berlin Verlag) mitnehmen könne, ansonsten weise es einige Schwächen auf.

Die Medienseiten werfen noch einmal einen Blick auf die das Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk. Auch wenn Elke Heidenreich das Gespräch eher „überflüssig“ fand, (auch sie ist in Kochshows zu sehen) gab es für den Autor Christopher Keil einige interessante Aspekte. Immerhin sei mit dem Gespräch die Diskussion über die Qualität des Fernsehens noch nicht zu Ende.

Frankfurter Rundschau

Im Focus steht heute der Hessische Filmpreis 2008. Im Feuilleton empfiehlt Oliver Pfohlmann das Buch „Ich-Fenichel. Das Leben eines Psychoanlaytikers im 20. Jahrhundert“ von Elke Mühlleitner. Otto Fenichel vertrat die Ansicht, dass „all unsere Konflikte der Sexualität entsprängen“. Mit 18 Jahren legte er die Waichen für eine Karriere in der Psychoanalyse, wurde von Sigmund Freud unterrichtet.

Weiterhin werden im Feuilleton die Preisträger der auf der Buchmesse verliehenen Preise für Comic und Jugendbuch. Der Comic-Preis Sondermann ging an Ralph Ruthe im Bereich Cartoon, an Isabel Kreitz im Bereich Comic national 2008, an Hal Forster als Comic international, an Eiichiro Oda als Manga/Manhwa International, Anna Hollmann als Manga national. Newcomer 2008 wurde Barbara Yelin.
Der Jugendliteraturpreis wurde Übersetzerin Gabriele Haefs für ihr Gesamtwerk verliehen. Susanne Janssen wurde in der Kategorie Bilderbuch ausgezeichnet, Paula Fox im Bereich Kinderbuch, Andres Veiel im Bereich Sachbuch und der Preis der Jugendjury ging an Marie-Aude Murail.

Außerdem rüsten sich die Radiostationen gegen die Invasion des Internets, das für eine Bedrohung darstelle. Daniel Bouhs wägt Für und Wider ab und beleuchtet alle Möglichkeiten, die sich dem Radiomacher und -hörer bieten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Unter „Verstrickt in den Totalitarismus“ widmet sich Karl-Peter Schwarz der Affäre um Milan Kundera und kritisiert sein „unerträgliches Schweigen“ über sein Vorleben als begeisterter Kommunist.

„Zu viel Politik. Ein Ökonom rechnet ab“: Erich Weede rezensiert William A. Niskanens Reflections of a Political Economist: „Dass Niskanen Anspruchsrechten gegenüber dem Staat btz. Dem Steuerzahlern skeptisch gegenüber steht, wird niemanden überraschen. Mutig ist allerdings seine Prognose von 2005, wonach die Europäische Währungsunion weitere 10 Jahre kaum überleben wird.“

Unter „Weniger Wachstum. Deutschland droht andauernde wirtschaftliche Stagnation“ bespricht Philip Plickert Meinhard Miegels und Thomas Petersens Der programmierte Stillstand.

Das Hauptthema im Feuilleton ist die Frankfurter Buchmesse. Unter „Die Ruhe vor dem Turm“ bilanziert Julia Encke: „Trotz Finanzkrise und E-Book: Auf der diesjährigen Buchmesse waren alle merkwürdig entspannt. Orhan Pamuk kritisierte das Gastland Türkei. Und Uwe Tellkamp ließ sich fünf Tage feiern“.

Unter „Unsere Türkei soll schöner werden“ schreibt Karen Krüger darüber, wie sich das Gastland der Buchmesse in Szene gesetzt hat: „Bis das Land wirklich dort angekommen ist, wie es sich auf der Buchmesse präsentierte, ist noch ein Weg zu gehen.“

Separat widmet sich Julia Voss unter „Nacht über Mordor“ der Verleihung des Friedenspreises an Anselm Kiefer. Für sie ein „Sonntagsausflug in den Abgrund“: „Wo Kiefer gelobt wird, hat man daher auch häufig das Gefühl, in eine Geisterbahn eingeladen zu werden und mit einer wirklich verblüffenden Geschwindigkeit an nicht zu überbietenden Großausdrücken wie ‚Male der Zerrüttung’ und ‚der Abgrund’ vorbeigefahren zu werden.“

In der „Kritik in Kürze“ finden sich Daniel Kehlmanns und Sebastian Kleinschmidts Requiem für einen Hund und Eberhard Häfners Gedichte In die Büsche schlagen.

„Wir waren jung und brauchten die Geltung“: Christian Schärf bespricht Tom Karaseks Generation Golf. Die Diagnose als Symptom: „Die Thesen Karaseks zur Symptomatik des literarischen Pop gipfeln im Wahn des Normalismus, der vielleicht das bleibende Kennzeichen dieser Literatur darstellen wird.“

„Die DDR als Schweinestall“: Friedmar Apel rezensiert Kerstin Hensels Lärchenau und bedauert: „Es ist rätselhaft, warum Kerstin Hensel ihre sprachlichen Fähigkeiten wie ihren Vorrat an Beobachtungen und Kenntnissen in dieser plumpen Konzeption verhackstückemn musste.“

Gesine Hindemith rezensiert Lars Reppesgaards Das Google Imperium und kritisiert gleichzeitig die Sammelwut der Suchmaschine: „Wer wollte dem Leser das tiefe Unbehagen nehmen, mit der er nach Lektüre dieses Buches alleine bleibt?“

Neue Zürcher Zeitung

Angela Schader blickt auf die Präsentation des Ehrengastes Türkei zurück und findet, dass diese „mit einem professionellen Auftritt und einer Vielzahl interessanter literarischer Neuerscheinungen“ einen guten Eindruck hinterlasse. Fragt aber auch, ob „das zum Motto erhobene Bekenntnis zu Diversität auch auf die Verhältnisse im Land selbst“ zurückwirken wird.

Des weiteren finden sich diverse „Hinweise auf Bücher“ und ein kurzer Überblick über neue Sachbücher.

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