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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und mit dem Auftritt von Kenzaburo Oe in Frankfurt

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Heute meldet die FAZ, dass der türkische Schriftsteller Yasal Kemal den diesjährigen Kulturpreis des türkischen Staatspräsidenten erhält und diesen nur nach einiger Bedenkzeit annahm [mehr…].

Außerdem rührt die Zeitung im „Bodensatz aus Pandoras Küche“: Manfred Vasold habe mit Grippe, Pest und Cholera im Franz Steiner Verlag eine vorzügliche Geschichte der Seuchen in Europa geschrieben, meint Robert Jütte.

„Idee der Ideenvernichtung“ lautet ein der Titel zu einem Bericht über ein „gewaltiges Projekt“, das Bücher wieder zugänglich machen soll, die 1933 verbrannt wurden. Dazu werden die Titel Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland und Bibliothek verbrannte Bücher beide herausgegeben von Julius H. Schoeps und Werner Tess und erschienen im Georg Olms Verlag beprochen.

Annotiert wird: Unter „Begründeter Jargon“ kommt der Langenscheidt Sprachführer Anwalt-Deutsch/Deutsch-Anwalt zur Sprache, während „Körpergeld“ die Überschrift zu Laura D. Mein teures Studium aus dem C. Bertelsmann Verlag ist, die es schaffe Studentenarmut als gesellschaftlich relevant herauszustellen.

Frankfurter Rundschau

Unter dem Titel „Die Plünderung“ schreibt Sachbuch-Autorin Naomi Klein über „Bushs vielleicht kreativste Erfindung: der risikofreie Kapitalismus“. Bekannt wurde Klein mit ihrem Buch „No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht“ (Goldmann). Zuletzt ist von ihr bei S.Fischer „Die Schockstrategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus“ erschienen.

Der Soziologe Ulrich Beck im Interview: Unter dem Titel „Handeln im Zustand des Nicht-Wissens“ spricht der „Theoretiker der Risikogesellschaft“ über die Wendehälse der Finanzkrise und die Bedeutung Europas. Becks aktuelles Buch „Der eigene Gott“ ist im Verlag der Weltreligionen erschienen.

„Bis daraus viele Romane geworden sind“: Christoph Schröder kommentiert den Auftritt von Kenzaburo Oe im Frankfurter Literaturhaus. Eigentlich hatte der Literatur-Nobelpreisträger von 1994 damals angekündigt, nach dieser hohen Auszeichnung keine Bücher mehr schreiben zu wollen. Inzwischen seien aber neun weitere erschienen. In seinem jüngsten Buch „Sayonara, meine Bücher“ gehe es um Zweifel, auch „am eigenen Werk, an der Kultur des Schreibens, um die Hilflosigkeit des Intellektuellen in einer dahinrasenden, digitalen Welt.“

Süddeutsche Zeitung

Die Armut – gerade auch von Kindern – hat hierzulande in den vergangenen Jahren stärker zugenommen als in anderen Ländern. Unter dem Titel „Nicht nur Mitgefühl“ greift Dorothea Heintze zwei Bücher zum Thema auf: „Arme Kinder, reiches Land. Ein Bericht aus Deutschland“ von Huberta von Voss ist bei Rowohlt erschienen, lrike Meyer-Timpes „Unsere armen Kinder: Wie Deutschland seine Zukunft verspielt“ bei Pantheon.

Unter der Headline „Gebrochene Versprechen“ widmet sich Peter Münch Can Mereys Buch „Die afghanische Misere“. Warum der Westen am Hindukusch zu scheitern droht“ (Wiley VCH). Merey beschreibe darin, wie die schon geschlagenen Taliban wieder so stark werden konnten und belege, wie diffus, fehlerhaft und unkoordiniert bisweilen der Nato-Einsatz von den einzelnen Nationen geführt wird.

„Die großen drei“ – das sind die Supermächte USA, China und Europa: Thomas Eckardt fasst Parag Kannas Thesen seines neuen Buches „Der Kampf um die zweite Welt. Imperien und Einfluss in der neuen Weltordnung“ (Berlin Verlag) zusammen. Kanna plädiere für eine G-3-Institution mit oben Genannten, die Globalisierung könne sogar das „zyklische Räderwerk globaler Konflikte“ zum Stillstand bringen – und so der nächste Weltkrieg verhindert werden.

„Ein Quantum – was“: Auch die SZ greift den momentanen James Bond-Hype auf. Darin ein Kommentar von Ex-Bond-Darsteller Roger Moore, der der Frage nachgeht, warum es so schwierig ist, aus den Titeln der Bond-Filme vernünftige Songs zu machen. Moores Biografie „My Word is My Bond“ ist in dieser Woche bei Collins erschienen.

Peter Longerichs Biografie über „Heinrich Himmler“ ist gerade bei Siedler erschienen. Unter der Headline „Er raffte Befugnisse an sich, wo er nur konnte“ stellt Franziska Augstein das Buch über das Monster vor, das laut Longerich „nicht austauschbar war“.

Auch die SZ widmet sich dem neusten Werk des japanischen Nobelpreisträgers Kenzaburo Oe. Rezensent Burkhard Müller ist bei „Sayonara, meine Bücher“ (S.Fischer) irgendwann an seine Grenzen gestoßen: „Um mehr zu verstehen, müsste man zu einer wissenschaftlichen Behandlung übergehen. Ohne sie gelangt man hier nicht zu Antworten, sondern allein zu Fragen, die man darum so genau wie möglich fassen sollte.“

„Ein Schelm im Kriege“: Grimmeldhausens Simplicissimus Teutsch“ erscheint beim Bergisch-Gladbacher Label Schall und Wahn jetzt als Hörspiel (6 CDs), die Hauptrolle spricht Hans Clarin. Der, selbst Hesse, mache die Dialoge sehr echt.

Die Welt

„Was von Niklas Luhmann bleibt“: Zehn Jahre nach dem Tod „des größten Soziologen der Nachkriegszeit“ erinnert Thomas Lindemann an dessen Theorie der Gesellschaft. Ihre zwei Grundideen: „Sozialsysteme bestehen aus Kommunikationen, nicht etwa aus Menschen oder deren Taten (Der Einzelmensch also ist für die Gesellschaft unbeduetend). Und die Gesellschaft zerfällt in Untersysteme wie Recht, Wirtschaft oder Kunst, die autonom funktionieren und von außen kaum steuerbar sind.“ Niklas Luhmanns Hauptwerk Soziale Systeme“ erschien 1984 (suhrkamp tb).

Unter dem Titel „Begehrter Betrüger“ will Hendrik Werner beweisen, dass Verführer in der Kulturgeschichte keineswegs nur auf eigene Rechnung handeln. Und führt dabei auch literarische Klassiker wie Thomas Manns „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, Sebastian Brants „Das Narrenschiff“ und Choderlos de Laclos‚ Briefroman „Gefährliche Liebschaften“ an.

Neue Zürcher Zeitung

„Leben und Morden im Dreissigjährigen Krieg“: Rezensentin Caroline Schnyder meint, Randolph C. Heads Biografie über Georg Jenatsch entwerfe ein neues Bild vom „Befreier“ von Graubünden („Jenatsch’s Axe. Social Boundaries, Identity, and Myth in the Era of the Thirty Year’s War.” University of Rochester Press).

“Mit Schwindel und Schauer”: Anja Knabenhans ist begeistert von Paul Stewarts und Chris Riddells Jugendbuch „Barnaby Grimes: Der Fluch des Werwolfs“ (Sauerländer). Stewart und Riddell schafften es, die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten (ab 10 Jahren).

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