
Tukan-Preises 2008
Der Kulturausschuss der Stadt München vergab gestern den Tukan-Preis 2008 an Christine Wunnicke für ihren Roman Serenity (Osburg Verlag).
Der mit 6000,- Euro dotierte Preis zeichnet jedes Jahr „das formal und inhaltlich am besten gelungene Buch des Jahres“ aus. Zur Auswahl stehen alle belletristischen Neuerscheinungen von Münchner Autorinnen und Autoren. Zur Diskussion standen in diesem Jahr insgesamt 57 Bücher, die von der Jury in fünf Durchgängen besprochen und bewertet wurden.
Die Jury begründet ihre diesjährige Wahl so: Christine Wunnicke sei es mit ihrem Roman „Serenity“ gelungen, „die Welt von Jean Paul und Schopenhauer mit dem Internet-Zeitalter zu verbinden“. Es sei ein rasantes Spiels mit Identitäten und Ebenen, das die Autorin betreibe. Wunnicke erzähle in ihrem grotesken, präzis konstruierten Roman von den Folgen der Einsamkeit und sie habe auf der sprachlichen Ebene einiges riskiert – ihr Protagonist muss sich in den Jargon des neuen Mediums einfinden –, und sie führe den großen Diskurs der Literatur von Sein und Schein fort.
Zudem empfahl die Jury folgende Titel:
Silvio Blatter: Zwei Affen (Dumont)
Thomas Meinecke: Jungfrau (Suhrkamp)
Petra Morsbach: Der Cembalospieler (Piper)
Andreas Neumeister: Könnte Köln sein (Suhrkamp)
Albert Ostermaier: Wer sehen will (Insel)
Hans Pleschinski: Ludwigshöhe (C.H.Beck)
Said: Der Engel und die Taube (C.H.Beck)
Lea Singer: Konzert für die linke Hand (Hoffmann und Campe)
Johano Strasser: Bossa Nova (Pendo)
Uwe Timm: Halbschatten (Kiepenheuer & Witsch)