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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und ein Kommentar zur modernen Piraterie in unseren Breiten

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Matthias Frings porträtiert Ronald M. Schernikau In seinem bei Aufbau erschienenen Buch Der letzte Kommunist. Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau. Freilich – dieses Buch ersetze nicht die Lektüre der Originaltexte, so Jörg Sundermeier.

Annotation
Paolo Flores d’Arcais Die Linke und das Individuum (Wagenbach).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

André Thiele über Peter Hacks im ganzseitigen Feuilleton-Aufmacher mit dem Titel “Für mich brauchen Sie keine Atombombe einzukaufen“: So Hacks in einem Brief 1961 an Hans Magnus Enzensberger. Ein paar dieser Briefe sind ja bekannt, nun aber gibt es den gesamten Bestand (1958-1967) in den Berliner Heften zur Geschichte des literarischen Lebens. Genauer: in Heft 8/2008. Zu beziehen im Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität.

Felicitas Hoppes’ Augsburger Vorlesungen sind unter dem Titel Sieben Schätze bei S. Fischer] erschienen.

Eine Knastgeschichte: Flug der Pelikane von Benjamin Lebert (Kiepenheuer & Witsch). „Halbherzig und kreuzbrav“ findet Andrea Diener das Buch.

Annotationen
Austrofred Ich rechne noch in Schilling (Czernin) und Joel Haatela Sehnsucht nach Elena (Piper).

Hannes Hintermeier über die Bundesregierung, die den Buchmarkt sondiere: in Sachen Urheberrecht natürlich. „Ergreift die Piraten!“ heißt sein Artikel, und uns beschleicht der schöne Verdacht, dass er damit nicht allein die illegalen Downloader meint, sondern auch die, die qua Gesetzgebung peu a peu die Branche wirtschaftlich ruinieren.

Die Welt

Zum 250. Geburtstag Friedrich Schillers zeigt das Literaturmuseum in Marbach, welche Blüten die Verehrung des Dichters trieb: Da gab es die reinste Devotionalienjagd – Schillers Locke oder Schillers Socke – völlig wurscht. Ungefähr so wie der Handel mit Holzspänen aus dem Kreuz Christi. Nur dass eben von Schiller insgesamt mehr übriggeblieben ist als von Jesus… Uwe Wittstock berichtet und verweist auf den Marbacher Katalog zur Ausstellung, die bis 4. Oktober zu sehen ist. Also zum Geburtstag selbst (10. November) nicht mehr.

Hendrik Werner hat sich den neuen Roman Bunker von Andrea Maria Schenkel (Edition Nautilus) angesehen: „Der erste Eindruck täuscht. Andrea Maria Schenkel ist zu großer Perfidie fähig.“ Komplimente machen kann der Mann…

Süddeutsche Zeitung

Der Germanist Peter Walther hat bei Wallstein die Anthologie Endzeit Europa zusammengestellt, die Tagebucheinträge und Briefe von deutschen Künstlern und Schriftstellern zur Zeit des Ersten Weltkrieges versammelt. Christoph Jahr findet, das Buch „eröffnet neue Einsichten in das geistige Leben des Ersten Weltkrieges“. Außerdem ist ein Bildband zum Thema bei Bildschöne Bücher erschienen. Der Fotograf Stefan Boness hat sich in Flanders Fields „auf die Suche nach den noch heute sichtbaren Spuren des Ersten Weltkrieges rund um die westflandrische Stadt Ypern gemacht“.

Jean-Philippe Toussants Fernsehen handelt von einem, der sich vorgenommen hat, nie mehr sein Fernsehgerät einzuschalten. Joseph Hanimann rezensiert den Roman (Frankfurter Verlagsanstalt), der bereits vor zwölf Jahren auf Französisch erschienen ist. Er meint, „sein Talent, Alltagsempfindungen analytisch in scharfe Tatsachenbeschreibungen auszudünnen, bestimmt auch schon dieses Buch“.

Eine Sammlung von Briefen, Telegramme und Notizzettel von Wolfgang und Marion Koeppken ist letztes Jahr bei Suhrkamp erschienen. In trotz allem, so wie du bist kann man die Geschichte der in der Nachkriegszeit geschlossene Ehe und Marion Koeppkens Alkoholkrankheit bis ins Detail nachlesen. Lothar Müller rezensiert.

Andreas Dorschel hat den bei C.H. Beck erschienenen neuen Roman Alles was du siehst von Stefan Beuse gelesen. Der handelt von einem Professor, der versucht sich den Verlust seiner Tochter mit dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik zu erklären. Dorschel fragt sich, „ob jener Einfall gescheit genug ist, ein Buch zu tragen“.

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