
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Vorab: Für die 10 Millionen Deutschen, die einen Hund haben, druckt BILD heute aus dem Schwarzkopf & Schwarzkopf– Buch 111 Gründe, Hunde zu lieben von Hauke Brost 30 Gründe, „um auf den Hund zu kommen“. Kostprobe? ….. „weil er die guten Seiten in uns weckt“, Hat er auch bei uns geweckt, deswegen melden wir das.
Frankfurter Rundschau
Ach, was wird es uns an den Kragen gehen! Weiß zumindest Sebastian Moll: „Amerika ist wieder einmal schneller – die Buchmarktkrise trifft die Verlage mit Wucht“. Also fürchten wir uns schon mal.
Peter Michalzik hat eine „Gebrauchsanweisung“ fürs Theater geschrieben: Die sind ja nackt (DuMont) – die FR bringt Auszüge aus den Buch ihres Theaterkritikers.
Renate Salomon rezensiert Alice Salomons Lebenserinnerungen (Brandes & Apsel).
Dauerthema Strittmatter: Jetzt hat seine Witwe, Eva Strittmatter, in einem rbb-Interview bestritten, dass ihr Mann jemals in der SS war – seine Einheit sei seinerzeit der SS unterstellt worden.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neuer Fortsetzungsroman: Ralf Rothmanns Feuer brennt nicht (Suhrkamp). Felicitas von Lovenberg begründet die Wahl.
Neue Anthologie von Rolf Dieter Brinkmann: Herausgegeben hat sie Karl-Eckhard Carius bei edition text + kritik.
Burgel Zeh, 30 Jahre bei Suhrkamp die rechte Hand von Siegfried Unseld [mehr…] ist gestern gestorben. Martin Walser widmet ihr einen Nachruf.
Die Welt
Wieland Freund schreibt über den im September 2008 verstorbenen amerikanischen Schriftsteller David Foster Wallace. Im Herbst soll Infinite Jest, das als sein Meisterwerk gilt, unter dem Titel Unendlicher Spaß bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen, nachdem der Übersetzer über fünf Jahre an diesem „bodenlos traurigen“ Buch gearbeitet hat.
Hoffentlich schneller wird dem deutschen Leser das im Nachlass entdeckte Manuskript The Pale King zugänglich sein, dessen Erscheinen Freund für 2010 bei Little, Brown & Company in New York ankündigt. Der Roman handle von der „Langeweile, verstanden als Gegengift zum Rasen einer entfesselten, posthumanen Welt.“
Außerdem wird dem Guide Michelin zur 100. Ausgabe gratuliert und eine Biografie über Fritz Bauer vorgestellt. Irmtrud Wojak, die Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums in München, legt die erste umfassende Arbeit über den Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse vor.
Süddeutsche Zeitung
Nicholson Baker fügt in seinem neuen Roman Menschenrauch Originalquellen von 1892 bis 1941 zusammen und rekonstruiert so die Geschichte vom Untergang der Zivilisation im Zweiten Weltkrieg. Das bei Rowohlt erschienene Buch wird sehr kontrovers besprochen. Gustav Seibt rezensiert die historische Collage: „Jenseits aller Thesen macht Bakers Material eine Eskalation sichtbar, eine schier unaufhaltsame Drift, die schon lange vor Hitlers Aufstieg einsetzt und alle Gesellschaften der westlichen Zivilisation erfasst hat. Es ist eine Eskalation der Barbarei, die mit den anwachsenden Vernichtungsmöglichkeiten moderner Waffentechnik Schritt hält.“
Alex Capus stellt in seinem Buch Himmelsstürmer (Knaus) zwölf berühmte Schweizer vor. Verena Mayer findet die Porträts durchaus lesenswert: „Capus erzählt mit leichter Hand und bleibt dennoch nah an den historischen Quellen.“
Weitere Rezensionen:
Felicitas Hoppe mit ihren Vorlesungen, die sie im Rahmen einer Brecht-Gastprofessur im vergangenen Jahr in Augsburg hielt. Sieben Schätze werden die Vorträge überschrieben und sind bei S. Fischer erschienen. Tobias Lehmkuhl meint, Hoppe „bleibe sieben Vorträge lang dem Ungefähren verhaftet, bleibe stets vage und unspezifisch“.
Die aktuelle Ausgabe des Jahrbuches für Politisches Denken ist ganz Platons Nomoi gewidmet. Volker Gerhardt hat die selbst in der Wissenschaft als nicht leicht zugänglich geltenden „Gesetze“ bei Duncker & Humblot herausgebracht. Thomas Meyer findet das Buch „gehöre zu den unentbehrlichen Hilfsmitteln für die Lektüre der „Gesetze“ Platons“.
Außerdem feiert Marbach Friedrich Schillers 250. Geburtstag. Mit einer Ausstellung im Marbacher Literaturarchiv, in der es um Körper und Körperlichkeit gehen soll, will man den Dichter in neun Stationen vom Scheitel bis zur Sohle vermessen. So wird man Schillers ledernen Hut, Beinkleider, Schuhschnallen, Strümpfe, Löffel und vieles andere bestaunen können. Autopsie Schiller. Eine literarische Untersuchung kann man noch bis zum 4. Oktober besuchen, zur Ausstellung ist das Marbacher Magazin, Heft 125/126 erschienen.
Neue Zürcher Zeitung
In Walter Kliers Roman Leutnant Pepi zieht in den Krieg Das Tagebuch des Josef Prochaska. (Limbus-Verlag) werde die Lektüre, die im Ersten Weltkrieg spielt zur Lektion, so Hansjörg Graf unter der Überschrift „Nachrichten aus der Vorhölle“
„Lost in Translation“ und das im wahrsten Sinne des Wortes, Xiaolu Guos Kleines Wörterbuch der Liebe (Knaus-Verlag) sei zwar charmant, aber unbefriedigend, so Marion Löhndorf.
Rawi Hage beschwört in ihrem Buch Als ob es kein Morgen gäbe (Dumont-Verlag) die Bürgerkriegsjahre in Beirut, so Angela Schader unter der Überschrift „Der hässliche Levantiner“
Annotiert wird unter
> „Ferne Blicke“ Florian Welles: Der irdische Blick durch das Fernrohr. Literarische Wahrnehmungsexperimente vom 17. bis zum 20. Jahrhundert Königshausen & Neumann
> „Lernen, immer schneller“ Käte Meyer-Drawes Diskurse des Lernens. Wilhelm-Fink-Verlag.
> „Oh, dürreste der Wüsten“ Stefan Schweizers Anthropologie der Romantik. Körper, Seele und Geist. Anthropologische Gottes-, Welt- und Menschenbilder der wissenschaftlichen Romantik. Ferdinand Schöningh