Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil scheint mit dem Angebot der traditionellen Buchhandlungen nicht ganz zufrieden zu sein. Er wird (siehe Börsenblatt von morgen) selbst mit einer neuen Idee aktiv: Anfang des kommenden Jahres möchte der Vater dreier Kinder in Stuttgart und in Wissen an der Sieg, seinen beiden Wohnsitzen, zwei Buchhandlungen eröffnen.
Deren Konzept soll sich deutlich vom Gängigen unterscheiden: Das Sortiment soll nur aus Titeln bestehen, die Ortheil persönlich ausgewählt hat. Die Unterteilung soll nach erzieherischen Grundsätzen geschehen: „Was man unbedingt lesen sollte“, „wodurch man die Gegenwart besser versteht“, „wodurch man ein guter Leser wird“ u.ä.
Die Buchhandlungen werden nach den Plänen des Autors keinen Bestellservice anbieten, das Angebot sich also auf die ca. 5000 vorrätigen Titel beschränken. Allerdings möchte Ortheil den Kunden die Möglichkeit geben, Vorschläge für die Aufnahme ins Sortiment zu unterbreiten. Außerdem sollen sie bei Kaffee, Tee und Champagner stöbern und lesen, aber auch ihre Eindrücke notieren, die Ortheil später kommentiert herausgeben möchte.
Ob dieses Projekt gelingt, wird sich zeigen – solche Konzepte, eine Buchhandlung ausschließlich nach persönlichem Geschmack zu bestücken, haben noch nie funktioniert.