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Thomas Sparr zu Gast bei Holger Ehling

Holger Ehling (l.) im Gespräch mit Thomas Sparr

Gleich zu Beginn der heutigen Verlegergespräche im Literaturhaus in Frankfurt am Main wurde klargestellt: Das ist keine „Brennpunkt“-Veranstaltung, sondern eine Abend in einer Reihe, der Termin ist schon lange vereinbart und also turnusmäßig.

Gleichwohl stieß dieses Gespräch natürlich auf besonderes Interesse; Thomas Sparr ist Geschäftsführer und stellvertretender Verlagsleiter des Suhrkamp Verlages. Entsprechend voll war der Saal.

Thomas Sparr freue sich über die in Frankfurt so emotional geführte Umzugs-Diskussion, zeige das doch auch den Stellenwert des Verlages in der Stadt. Nicht zu leugnen ist die enge Verbindung von Verlags- und Stadtgeschichte. Umso mehr ist der Umzug nach Berlin ein schmerzhafter und schwieriger Schritt und für den Verlag selbst ein Kraftakt. Dennoch, betonte Sparr, ist es eine richtige Entscheidung.

Da drängte sich schnell die Frage auf, was Berlin mehr biete als das – so Holger Ehling – „Metropölchen“ am Main.
Als Antwort formulierte der Suhrkamp-Geschäftsführer, dass die Veranstaltungsmöglichkeiten, die Presse-Vielfalt und die dort lebenden Autoren für sich sprechen. Berlin sei die einzige geteilte Hauptstadt Europas mit vielfachen Vernetzungsmöglichkeiten. Ein Lapsus vielleicht Freudscher Art – nicht der letzte an diesem Abend. Widersprüchlich entpuppt sich auch die Aussage, dass nicht der Standort, sondern das Programm für einen Verlag entscheidend sei. Man hoffe, in Berlin ein entsprechend gutes Programm vorlegen zu können.

Auf die Frage nach eventuellen „Verlockungen“ aus der Hauptstadt sagte Thomas Sparr: „Ein Verlag ist nicht bestechlich.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass Berlin einen kostenneutralen Umzug anbietet.

„Das Suhrkamp-Programm hat diesen Verlag einzigartig gemacht“, konstatierte Holger Ehling und fragte nach: „Was gibt es Neues am Standort Berlin?“ Thomas Sparr sprach über die permanent notwendige Neuerung im Verlagsprogramm, die Anforderung, sich auf neue Marktlagen, neue Medien einzustellen.

Auf die Feststellung, dass ein gutes Programm nur von guten Mitarbeitern erarbeitet werden kann, äußerte Thomas Sparr: „Wir hoffen, die meisten gehen mit“.

Das quälende Thema Umzug wurde damit abgeschlossen. Thomas Sparr schilderte nun – wie in den Verlegergesprächen üblich – seinen ganz persönlichen Weg zu Suhrkamp. Im Spagat zwischen guter Literatur und merkantilen Erfordernissen fühle sich der Verlag dem stationären Buchhandel verpflichtet und – ganz im Geist Siegfried Unselds – der Vorgabe, gute Bücher zu machen.

JF

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