
Zum Start der E-Book-Plattformen [Libri und Libreka und zum Erstverkaufstag des Sony Readers haben wir im BUCHMARKT-Märzheft die wichtigsten Fragen schon beantwortet (Hier zum Heft), doch es gibt immer noch Info-Lücken. Deshalb täglich hier in diesen Wochen Ralf Alkenbrechers E-Book-Ratgeber für Sortimenter. Heute:]
Welche E-Book-Formate gibt es und kann ein Reader alle Formate darstellen?
Über die unterschiedlichen Formate ist viel geschrieben worden und die Branchenpresse berichtet gar von einem Kampf der Formate.
Im Prinzip gibt es neben den klassischen Word- und TXT-Formaten, die die meisten Reader auch darstellen können (siehe auch Frage „Kann man auch andere Texte auf den Reader übertragen und lesen?“), drei für die heutigen Reader wichtige Formate:
PDF-Format: Im wissenschaftlichen Bereich und im täglichen Gebrauch ist das PDF-Format sehr verbreitet. Seine Stärke neben der großen Verbreitung ist die originalgetreue Darstellung. Dies kann sich jedoch bei einem Reader als Nachteil erweisen, wenn der Nutzer die Darstellungsgröße im Reader verändert. Plötzlich stimmen Seitendarstellungen nicht mehr und das Lesen des Textes in seiner Gesamtheit wird schwierig. Libreka will dieses Manko mildern, indem es das sogenannte Mobile PDF einführt. Beim Mobilen PDF werden quasi die Seitenränder abgeschnitten und der eigentliche Text, der mit Seitenrand klein auf dem Reader dargestellt wird, wird durch diesen Vorgang vergrößert dargestellt.
Für Sie wichtig: PDF und Mobil-PDF sind technisch weiterhin ein PDF und alle wichtigen Reader können dies darstellen, allerdings in unterschiedlicher Qualität.
Epub-Format: Das Epub-Format beruht auf einer völlig anderen technischen Ausgangsbasis und ermöglicht pro Schriftgröße einen auf den Reader angepassten Umbruch. Es ist ein Format, das im Prinzip aus mehreren Dateien besteht, die wiederum in einer sogenannten XML-Struktur vorliegen. Diese Konvertierung müssen alle Verlage für ihre Titel im Epub-Format vornehmen und sammeln dabei ihre ersten Erfahrungen. Es gibt technisch verschiedene Wege, um eine Epub-Datei zu erstellen und auch das Ergebnis ist nicht immer genau das gleiche. Daher ist Epub nicht gleich Epub und gerade in den kommenden Monaten werden die Nutzer unterschiedlich gut aufbereitete E-Books auf Epub-Basis vorfinden und die wirkliche Qualität lässt sich nur beim Lesen des E-Books feststellen.
Für Sie wichtig: Wie es gut oder weniger gut gesetzte Bücher gibt, wird es auch gute und weniger gute Epub-E-Books geben. Epub-Formate können mehr und mehr Reader darstellen, der prominenteste Vertreter ist sicherlich der Sony Reader PRS 505.
Mobi-Pocket-Format: Dieses Format, das von seinem Aufbau her dem Epub-Format ähnelt, ist bisher bei kleinen PDA-Computern, sogenannten Handhelds, und bei einigen bisher erschienenen Readern (u.a. den von libreka angebotenen iLiad und Cybook) in der Anwendung und wird in einer leicht abgewandelten Form von Amazons Kindle verwendet.
Für Sie wichtig: Dieses Format wird von Käufern, deren Geräte kein Epub-Format darstellen können, nachgefragt werden. Denn es ist leistungsfähiger als das PDF-Format.
Im Moment kann keines der angebotenen Geräte alle Formate darstellen, jedoch können alle Geräte neben PDFs zumindest eines der Formate Epub oder Mobipocket und damit ein auf den Reader optimiertes Format darstellen.
Fazit: Wichtig für Ihr Gespräch mit den Kunden sind die Formate PDF, Mobipocket und Epub, Ihre Kunden werden nach allen Formaten fragen, beziehungsweise Sie werden das Format bei einem Download durch Sie abfragen müssen.
Sie finden die erhältlichen Formate bei Ihrem Lieferanten beziehungsweise im VLB.
Noch Fragen? Mailen Sie an alkenbrecher@alkenbrecher.com. Ralf Alkenbrecher betreibt in München die Verlagsberatung@Digitale Medien