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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons von FAS und WamS – und die Leipziger Messe im Resümee

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Pulitzerpreisträger Junot Díaz auf der lit.Cologne: Andreas Rossmann hat den Autor des Romans Das kurze wunderbare Leben des Oscar Wao] (S. Fischer) bei einer Lesung erlebt – die die hymnischen Rezensionen nicht habe einlösen können. „Die Kommentare, mit denen der Autor, smart und überhöflich, seine Poetik, Lektüren, Arbeitsweise und Reaktionen bedachte, klingen fast aufregender.“

Clemens Meyer erzählt nach 65.000 qm Leipziger Buchmesse „eine andere Geschichte“: „Am besten fährt, wer gleich den Bus nimmt“ – und die Zeit gleich nutzt für ein Resümee über Doppelgänger prominenter Autoren, Manga-Fans eingesperrt mit den Gesamtausgaben der Manns, von Grass und Walser oder über Literatur, die von den Füßen reißt.

„Der letzte Dandy des deutschen Journalismus“: Peter Scholl-Latour spricht im Interview mit Andreas Rosenfelder u.a. über Opiumpfeifen in Thailand, Depressionen im Saarland und das grüne Klopapier in Vietnam.

„Ich stehe nur für mich“: Julia Encke stellt Thomas Braschs Interviewband Ich merke mich nur im Chaos. Interviews 1976-2001 (Suhrkamp) vor, der ihn als großen Schriftsteller in die Gegenwart zurückhole und „angesichts der Sprachgenauigkeit, der Intelligenz und Wortmacht des Befragten nicht nur das das Beste“ sei, „was man seit langem an Schriftstellerinterviews gelesen hat. Er gehört auch zum Gewinnbringendsten, was, historisch gesehen, derzeit zu zwanzig Jahren Mauerfall zu lesen ist“.

„Peter Handke kauft ein Ferkel und beschreibt seine Reise in das Kosovo“: Michael Martens rezensiert Die Kuckucke von Velika Hoca. Eine Nachschrift (Suhrkamp) und fragt sich, ob „es nun wieder einen Skandal“ geben wird, „ist doch diese Übung, sobald Peter Handke ein Werk über das ehemalige Jugoslawien vorlegt, zum begleitenden Ritual geworden“. Doch der Schriftsteller erzähle allein von sich – „stellenweise wunderschön zu lesen. Velika Hoca aber bleibt unerzählt“.

„Besuch im Feindesland“: Hans-Christian Rössler über den Iraker Nahme Wali, Entstehungsgeschichte und Folgen seines Buches Die Reise in das Herz des Feindes – Ein Iraker in Israel (Hanser).

Welt am Sonntag

„Der Lärm als Trostgeräusch“: Der Amoklauf von Winnenden überschattet die Leipziger Messe – aber er macht auch sichtbar, was wir an ihr haben, meint Eckhard Fuhr und berichtet vom literarischen Frühling im Zeichen der Gewaltraserei.

Der Historiker Herfried Münkler, der für Die Deutschen und ihre Mythen (Rowohlt) gerade den Leipziger Buchpreis erhalten hat, beschwört in seinem Buch die alten Heldenlieder und erkennt im Deutschland von heute eine mythenfreie Zone. Jacques Schuster hofft, dass das Buch „das Bedürfnis nach Großerzählungen weckt“, glaubt aber, dass es kein Renner wird: „Zwar kann Münkler schreiben. Doch vermag er nicht, die Höhe zu halten. Immer wieder wechselt er von einem flotten Essaystil in den Handbuchton eines Professors, der sich im Detail verliert.“

„Glück ist nur die Vorstufe zum Unglück“: Mordecai Richler ist ein literarischer Held des vergangenen Jahrhunderts, Brigitte Helbing sieht im Traum des Jakob Hersch (Liebeskind) eine „Zeitreise in die beschleunigten Sechzigerjahre“ – und ein „großartiges Werk“.

Christa Wolf wird kommende Woche 80. Richard Herzinger widmet der Schriftstellerin und ihrer Literatur als Spiegel des Kampfes gegen den Utopieverlust in der DDR ein ausführliches Porträt.

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