Home > Umgeblättert > Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Mankell und Enquist verklagen Raubkopierer

Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Mankell und Enquist verklagen Raubkopierer

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Prominenter Berichterstatter: Cees Nooteboom war für die FR im Thyssen-Bornemisza-Museum in Madrid. Vor allem Schatten gibt es da zu sehen – was voraussetzt, dass es auch viel Licht gibt…

Henning Mankell und Per Olov Enquist gehen mit Strafanzeigen gegen Raubkopierer im Internet vor. Gut so.

Als ob es kein Morgen gäbe heißt der Debütromanroman von Rawi Hage (DuMont) – Tobias Wenzel rezensiert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Fotograf Martin Ulrich Kehrer hat ein Stadtalphabet Wien (Sonderzahl) geschaffen und dabei die „aufgeschlagenen Schriftseiten der Straßen“ gefunden.

Zweimal Joseph von Westphalen Zur Phänomenologie des arbeitenden Weibes (Haffmans bei Zweitausendeins) und Aus dem Leben eines Lohnschreibers (Luchterhand) – Judith Leister hat sich beide Bände angesehen.

Süddeutsche Zeitung

Christopher Schmidt macht sich unter „Zieh dich weiß an, um dich schwarz zu fühlen“ Gedanken zu Joseph O’Neills Roman Niederland (Rowohlt) und dem Versuch, die politischen Gräben des Postkolonialismus durch Cricket zu überwinden.

In Bodo Kirchhoffs neuem Roman Erinnerungen an meinen Porsche sinnt ein gescheiterter und entmannter Investmentbanker den Zeiten des ungebremsten Kapitalismus nach. Holger Liebs über das bei Hoffmann und Campe erschienene Buch: „Kirchhoff scheint sich spätestens seit dem Erfolg seines Schundromans eine Dauerlizenz fürs ironisch kolportierte Triviale, fürs Heftige und Deftige erworben zu haben.“ Und weiter: „Schnell, zu schnell hat Kirchhoff, offenbar von der Börsen-Hysterie gepackt, die Jetztzeit in Romanform bündeln wollen – doch zerfasert die ironische Story zwischen Finanzcrash, Impotenz, Italianità, Promi-Groteske und Autorenworkshop in allenfalls amüsantem Klein-Klein.“

Nur kurz rezensiert: In Ich verdienen mehr Gehalt (Campus) erklärt Nicola Holzapfel, wer in Deutschland gut verdient und wer sich bescheiden muss.

Und auch hier: Ein neues Gesetz in Schweden ermöglicht es, Internetpiraten zu identifizieren. Fünf Hörbuchverlage – Earbooks, Storyside, Piratförlaget, Bonnier Audio und Norstedts – haben bereits reagiert. Um die unerlaubte Weitergabe von Werken von Mankell, Enquist, Guillou und Nesser geht es in der ersten Anklage.

Außerdem: Gabriel García Márquez will kein weiteres Buch mehr schreiben, wie seine kolumbianische Agentin mitteilte.

Literaturbeilage zum Kinder- und Jugendbuch: (in chronologischer Reihenfolge)
Jean-Bernard Pouy, Serge Bloch, Anne Blanchard Lexikon der Faulpelze (Fischer Schatzinsel)
Miguel de Cervantes Don Quijote, nacherzählt von Martin Jenkins, illustriert von Chris Reddell (Sauerländer)
Meg Rosoff damals das meer (Carlsen)
Simon Mason Die Quigleys, Illustrationen von Susann Opel-Götz (Carlsen)
Eric Carle Die kleine Raupe Nimmersatt – Pop-up Buch (Gerstenberg)
Beate Teresa Hanika Rotkäppchen muss weinen (Fischer)
Christiane Toyka-Seid, Gerd Schneider Die Finanzkrise, Illustrationen von Volker Fredrich (Arena)
Mem Fox, Vladimir Radunsky (Illustrationen) Wo der Riese schläft (Carlsen)
Nina Blazon Faunblut (cbt)
Marlene Röder Zebraland (Ravensburger)
Kevin Brooks Being (dtv extra)
Gabi Kreslehner Charlottes Traum (Beltz & Gelberg)
Jürg Schubiger, Isabel Pin (Illustrationen) Zebra, Zecke, Zauberwort (Peter Hammer)
Burkhard Spinnen MÜLLER hoch Drei (Schöffling)
Anne C. Voorhoeve Einundzwanzigster Juli (Ravensburger)
Neil Gaiman Das Graveyard Buch (Arena)
Annette Roeder Kunst für Kids. 13 Bauwerke die du kennen solltest (Prestel)
Celia Rees Sovay (Bloomsbury)
Rotraut Susanne Berner Einfach alles! Die Wort-Schatz-Kiste (Klett Kinderbuch)
Ole Lund Kierkegaard Hodja im Orient (S. Fischer)
Alexander Rösler Ich bin nur mal kurz mein Glück suchen. Neues vom Taugenichts (Arena)
Roddy Doyle, Nick Hornby, Eoin Colfer, David AlmondKlick! Zehn Autoren erzählen einen Roman (Hanser)
Walter Dean Myers Himmel über Falludscha (Boje)

Empfohlene Sachbücher im April:
1. Herfried Münkler Die Deutschen und ihre Mythen (Rowohlt)
2. Seyla Benhabib Kosmopolitismus und Demokratie (Campus)
3. – 4. Klaus L. Berghahn Zukunft in der Vergangenheit. Auf Ernst Blochs Spuren (Aisthesis Verlag)Philip Gourevitch, Errol Morris Die Geschichte von Abu Ghraib (Carl Hanser)
5. Nils Minkmar Mit dem Kopf durch die Welt (S. Fischer)
6. Andreas Rödder Deutschland einig Vaterland (C. H. Beck)
7. Daniel Heller-Roazen Echolalien. Über das Vergessen von Sprache (Suhrkamp)
8. Umberto Eco Die Kunst des Bücherliebens (Carl Hanser)
9. – 10. Theodor W. Adorno, Siegfried Kracauer Briefwechsel 1923 – 1966: „Der Riß der
Welt geht auch durch mich“
(Suhrkamp)
Robert Misik Politik der Paranoia (Aufbau)
Besondere Empfehlung: Arbogast Schmitt kommentiert und übersetzt Aristoteles: Poetik(Akademie Verlag)

Neue Zürcher Zeitung

In Polen macht just zum 20-jährigem Gedenken der runden Tische eine Biografie des Historikers Pawel Zyzak über Lech Walesa Schlagzeilen, da sie die Symbolfigur der Solidarność bezichtigt, ein Agent des kommunistischen Geheimdienstes gewesen zu sein. Die Quellen legt Zyzak aber nicht offen und beruft sich auf Informandenschutz. Sofort reagierte Walesa, indem er drohte seine Ehrungen zurückzugeben und Polen zu verlassen. Nun schießen sich die Politiker auf das Buch ein und bezeichnen es als übles Machwerk.

„Papierlos lesen“: Das E-Book und der Download von Literatur bergen Tücken für Buchhändler und Verleger, zählt heute morgen Joachim Güntner zur Einführung des Sony E-Readers in den Schweizer Handel noch einmal auf: „Heute kommt der Sony-Reader in den Schweizer Handel. Technisch ist das Lesegerät nicht auf dem neusten Stand, Signalwirkung hat seine Einführung gleichwohl: Das E-Book erobert die Belletristik.“

„Von Wörtern und Murmeln“: Javier Marías bekam in Chile den Premio Iberoamericano José Donoso und lobte die Arbeit des Übersetzens als literarische Übung. „Derzeit arbeitet Javier Marías an einem neuen, ‚relativ kurzen‘ Roman, den er in Chile als ‚reine Zugabe‘ bezeichnete. Nach Vollendung seiner rund 1600 Seiten umfassenden Trilogie, Dein Gesicht morgen, bleibe ihm nichts mehr. Hinter ihm liegen vierzig Jahre literarischen Schaffens, zehn Romane und drei Erzählbände. ‚Ich habe das beunruhigende Gefühl, dass ich das, was ich erreichen konnte, geleistet habe‘, sagte er“, schreibt Brigitte Kramer.

Kurz besprochen werden heute Hörbücher unter:

> „Hundert Jahre, hundert Dichter“: The Spoken Arts Treasury. 100 Modern American Poets Reading Their Poems, Der Hörverlag.
> „Terror und Spiel“: Thomas Bernhard / Siegfried Unseld: Briefwechsel, gesprochen von Gert Voss und Peter Simonischek, Der Hörverlag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige